Geschwindigkeitsbegrenzung sorgt für Verwunderung und Verärgerung
Kein Witz: Jetzt gilt Tempo 10

Der Radler hätte nicht schieben müssen, aber hier am Ende der Leopold- bis hinein in die nach rechts abfallende Kümmersbrucker Straße gilt seit Donnerstag ein Tempolimit von 10 km/h. Und zwar wegen Schleudergefahr bei Nässe und Schmutz auf der offenporigen Fahrbahndecke. Bild: Huber
Archiv
Amberg in der Oberpfalz
04.12.2015
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Die meisten Autofahrer reiben sich verwundert die Augen: Gibt’s das? Eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 10 km/h auf der vielbefahrenen und breiten Kümmersbrucker Straße? Dieses Tempolimit gilt seit Donnerstag bergabwärts vor dem Asylbewerberheim. Es sorgt neben Verwunderung auch für Verärgerung.

Denn die 10 km/h sind auf dieser abschüssigen Strecke von der Bahnbrücke an der Leopoldstraße beginnend bis hinunter zur Einfahrt in den Hof der Polizeiinspektion eher schwer einzuhalten. Allein durchs Rollen werden die meisten Fahrzeuge schneller und müssen auf dem 100 Meter langen Stück praktisch permanent abgebremst werden.

Kräftig bremsen angesagt

Das ist überhaupt das Stichwort: Kräftiges Bremsen ist jetzt an der Gleisüberführung angesagt für alle, die auf der langen Geraden der Leopoldstraße aus Richtung Kreisverkehr mit erlaubten 50 km/h daherkommen. Wo bisher schon im beschriebenen Kurvenbereich vor der Flüchtlingsunterkunft die Beschränkung auf 30 „Sachen“ galt, stehen seit Donnerstag die 10-km/h-Schilder. Aufgestellt von der Stadt Amberg, die darüber selbst nicht so ganz glücklich ist. Allerdings musste sie handeln, wie der für solche Anordnungen zuständige Tiefbauamtsleiter Norbert Füger der AZ erläuterte. Seine Behörde wurde nämlich von der Amberger Polizei zum wiederholten Mal auf eine Gefahrensituation aufmerksam gemacht, die sofortiges Einschreiten erforderte.

Drei Unfälle an einem Tag

Allein am Dienstag hatte es auf dem bewussten Abschnitt drei Verkehrsunfälle gegeben. Zwei Auto- und ein Rollerfahrer gerieten bei Nässe auf der Fahrbahn ins Rutschen und schleuderten Richtung Gehweg. Ein Pkw-Lenker krachte sogar in den angrenzenden Zaun des Flüchtlingsheims, wo zumindest bei gutem Wetter oft Kinder auf der Grünfläche spielen. Doch auch auf dem Bürgersteig sind Menschen unterwegs, die durch solche „Ausrutscher“ akut gefährdet sind. Und: Es war heuer bereits der 16. Unfall dieser Art, der die Polizei jetzt Alarm schlagen ließ.

Schon im März hatte sie nach nahezu identischen Erfahrungen aus den vergangenen beiden Jahren (2014 fünf ähnlich gelagerte Fälle, 2013 zwei) die Begrenzung auf 30 km/h gefordert und bekommen. Nach drei Unfällen allein am Dienstag und 13 weiteren seit Jahresbeginn zog sie am Mittwoch die Notbremse und bat die Stadt um eine geeignete Sofortmaßnahme. Die sah Norbert Füger in der erneuten Temporeduzierung auf 10 km/h und ließ nur einen Tag später die entsprechenden Schilder aufstellen.

Abgesehen davon, dass das wohl noch nicht alle hier vorbeikommenden Fahrer registriert haben, soll diese Beschränkung voraussichtlich nur etwa zwei Wochen gelten. Denn Norbert Füger hat eine Straßenfräsmaschine bestellt, die die Fahrbahnoberfläche aufrauen soll. Hier liegt nach Ansicht der Polizei das Problem: Der sogenannte Flüsterasphalt, der vor einiger Zeit neu aufgebracht wurde und ziemlich offenporig ist, scheint vor allem bei Feuchtigkeit und Nässe ziemlich rutschig zu werden. Und zwar offenbar durch bergab eingeschwemmten Schmutz, der die Poren verstopft und die Fahrbahn statt griffig eher glatt werden lässt. Hier soll nun das Anfräsen als straßentechnische Änderung Abhilfe bringen.
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