Innenminister gibt Startschuss für Feuerwehr-Kampagne
Um Frauen werben

Vor zahlreichen Feuerwehrleuten aus ganz Bayern und vielen Bürgern eröffnete Innenminister Joachim Herrmann (rechts) in Amberg die Kampagne "Frauen zur Feuerwehr" des Landesverbandes. Bild: Huber
Trotz Flüchtlingskrise und Oktoberfest-Bieranstich war der bayerische Innenminister Joachim Herrmann am Samstagvormittag nach Amberg gekommen. Dort gab er den offiziellen Startschuss für Aktionswoche und Jahreskampagne des Landesfeuerwehrverbandes. Dessen zweitägige Versammlung fand anlässlich des 150. Geburtstages der Amberger Feuerwehr in der Oberpfalz statt. Mit dem Schlagwort "Frauen zur Feuerwehr" will der Landesverband mehr weibliche Mitglieder gewinnen. Derzeit haben die Feuerwehren bayernweit 320 000 Aktive, darunter 26 000 Frauen. "5000 mehr, das sollte unser Ziel sein", sagte Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl vor zahlreichen Bürgern auf dem Marktplatz.

Früher sei die Feuerwehr eine Männerdomäne gewesen, so Joachim Herrmann. "Das ist Vergangenheit, das muss auch Vergangenheit sein", sagte er und unterstrich: "Wir brauche die Frauen." Sie bringen seinen Worten nach berufliche Erfahrung und soziale Familienkompetenz mit ein. "Dies müsste auch der letzte Chauvi, den es vielleicht in der Feuerwehr noch gibt, begreifen." Zuvor hatte der CSU-Politiker bereits bei der Landesversammlung gesprochen. Dabei war er auch auf die Flüchtlingskrise eingegangen. Es sei eine humanitäre Herausforderung, "Menschen, die vor uns stehen, Essen und Trinken, ein Bett und ein Dach über den Kopf zu geben". Feuerwehren und Rettungsorganisationen würden Großartiges leisten. "Man spürt aber auch, dass manche an den Grenzen ihrer Belastbarkeit angelangt sind."

Momentan habe der Freistaat 30 000 Flüchtlinge mehr als laut Quote vorgesehen. Er kritisierte, dass Landesregierungen, "die nach außen den Mund voll nehmen, intern nicht in der Lage sind, ihre Quote zu erfüllen". Der Minister machte seinen Standpunkt klar: "Es können nicht Andere die Willkommenskultur ausrufen, und Bayern hat das zu organisieren."
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