Jagd auf Einbrecher

Kontrolle im Dunklen: Am Freitag und Samstag ist die Polizei in der Oberpfalz in einer Schwerpunktaktion auf Einbrecherjagd gegangen. Bild: Herda

Die Rasenmäher-Bande ist so was wie die Spitze des Eisbergs: fahrende Einbrecher, die gezielt lohnende Objekte ansteuern. Die bayerische Polizei versucht gegenzusteuern.

"Wir sind bisher ja so was wie die Insel der Seligen", sagt Andreas Schlagenhaufer, Dienstgruppenleiter bei der Polizeiinspektion Weiden, den unsere Zeitung am Freitagabend beim Sondereinsatz zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität begleitete. "Bisher konzentrierten sich die Täter auf den Ballungsraum in Mittelfranken", stimmt ihm der Weidener Kripochef Thomas Bauer zu. Aber inzwischen hätten die Einbrecher auch den ländlichen Raum für sich entdeckt: "Insgesamt haben Einbruchsdelikte in Bayern um rund 20 Prozent zugenommen, in unserem Zuständigkeitsbereich sogar um rund 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr."

Konzertierte Aktion

Auf diese alarmierende Entwicklung reagierte die Polizei mit einer konzertierten Aktion: Am Freitag und Samstag fuhren zivile wie offizielle Streifen durch Brennpunkte und Wohngebiete: Beamte der Polizeiinspektionen in der Oberpfalz führten auf Ausfallstraßen, internationalen Verkehrswegen, Raststätten und Tankanlagen stichprobenartige Kontrollen durch.

Auf dem Parkplatz Ulrichsberg an der Autobahn A6 hielten Beamte der Polizeiinspektion Fahndung (PIF) Waidhaus, unterstützt von Kräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei, am Samstag zwischen 15 und 21 Uhr 230 Fahrzeuge mit 460 Personen an. "Unsere Auswertung der letzten zwei Jahre hat gezeigt, dass die meisten Einbrüche in den dunklen Wintermonaten zwischen 16 und 22 Uhr stattfinden", sagt Bauer. "Bevorzugt an Freitagen und Samstagen in der Vorweihnachtszeit, wenn die Bewohner ihre Einkäufe erledigen." Die Maßnahme habe nicht nur abschreckenden Charakter: "Wir erhoffen uns konkrete Fahndungserfolge", erklärt der Kripochef.

Trotz einzelner, spektakulärer Fälle wie der Serienklau der Rasenmäher, sei das Vorgehen der meisten Täter eher dilettantisch: "In den meisten Fällen in unserer Region handelt es sich um Beschaffungskriminalität." Die Konsequenz: "Man sagt, wenn Tür und Fenster zwei bis drei Minuten aushalten, verliert der Täter die Lust." Mit wenig Geld könne man bereits für eine gute Einbruchssicherung sorgen. Mehr zum Thema in einer unserer nächsten Ausgaben.

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