Mindestlohn: Ansturm auf Telefon-Hotline des Deutschen Gewerkschaftsbundes
Täglich Hunderte Anrufe

Dass aufgrund des seit 1. Januar geltenden Mindestlohns viele Fragen auftauchen, war bereits vorher klar. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) richtete deshalb eine Telefon-Hotline ein und rechnete mit rund 100 Anrufen täglich. Es waren allerdings deutlich mehr, wie eine Auswertung zeigt - laut Peter Hofmann nach vier Tagen bereits über 1700. Der DGB-Regionssekretär Oberpfalz erklärt: "Das Bedürfnis nach Aufklärung ist hoch." Die meisten Fragen beträfen die Bereiche Pflege, private Haushaltskräfte, Minijobs und Praktika. Fragen zu Arbeitszeitkonten gebe es vor allem dahingehend, ob die Überstunden, die im vergangenen Jahr angesammelt wurden, bei einer Auszahlung heuer mit 8,50 Euro vergütet werden müssen - was laut Hofmann nicht der Fall ist.

Auch Arbeitgeber und Steuerbüros hätten sich an den DGB gewandt. Hofmann berichtete allerdings, dass man dieses Klientel an die eigenen Verbände verwiesen habe: "Unsere Botschaft ist klar, dass die Hotline für die Beschäftigten da ist." Ein Augenmerk müsse der DGB nun auf die Einhaltung des Mindestlohns legen: "Dabei werden sicherlich die drohenden Geldbußen für die Arbeitgeber helfen, die bei Verstößen bis zu 500 000 Euro reichen können." Hofmann sei sehr froh, dass der Mindestlohn endlich gekommen sei. Jetzt müsse man darum kämpfen, dass er so erhöht wird, dass man ordentlich davon leben und später den Ruhestand genießen könne.

Frank-Ulrich John, Pressesprecher des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands, sagte zum Thema Mindestlohn: "Für gute Arbeit müssen gute Gehälter gezahlt werden." In München sei das überhaupt kein Thema. John könne sich aber vorstellen, dass sich die nördliche Oberpfalz schwer tut. Deshalb fordert der Pressesprecher eine gewisse Preisakzeptanz: "In der Gesellschaft muss eine Bereitschaft entstehen, für Produkte angemessen zu zahlen."
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