Münchens Donisl in Amberger Hand
Neue Wirtsleute im Traditionslokal

Der 23-jährige Julian (links) mischt auch schon mit beim Donisl-Projekt. Seine Eltern Karlheinz und Birgit Reindl sind die neuen Wirte des Münchner Traditionslokals. Bild: sampics Photographie
München/Amberg. Münchens zweitältestes Wirtshaus ist wieder offen. Was das mit Amberg zu tun hat? Sehr viel. Denn der aus dem Ortsteil Speckmannshof stammende Karlheinz Reindl (51) und seine Frau Birgit (52) sind die neuen Wirtsleute des Traditionslokals am Marienplatz, das knapp drei Jahre geschlossen war. Nahezu in Handarbeit wurde das alte Gebäude abgerissen und wieder aufgebaut.

Offizielle Eröffnung war am Montagabend, rund 300 Gäste kamen in den Donisl, der allein im Innenbereich über 500 Sitzplätze hat und von 1985 bis 2012 von der Familie Wildmoser geführt wurde. Als Karl-Heinz Wildmoser , einst Präsident von 1860 München, 2010 starb, machte seine Witwe noch bis zum Auslaufen des Pachtvertrags weiter.

Die Schlange derjenigen, die sich um die Nachfolge bewarben, war lang, klang bei der Feier am Montag an. Es waren mehr als 70 Bewerber. Mit den Reindls "haben wir die Richtigen gefunden", sagte Andreas Steinfatt , Geschäftsführer der Hacker-Pschorr Brauerei, der die Gaststätte gehört. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter erzählte, er habe sehr darauf gedrängt, dass es an dieser exponierten Stelle weiter ein Wirtshaus gibt. Die Zahl der zahlungskräftigen Interessenten aus anderen Branchen war dem Vernehmen nach groß.

Der neue Wirt, dessen Eltern das Gasthaus Reindl in Speckmannshof betrieben, ist ein gelernter Küchenmeister. Nach Stationen in Fünf-Sterne-Häusern (München, Gstaad, Bern, Stockholm) und bei Feinkost Käfer in München wurde Karlheinz Reindl geschäftsführender Gesellschafter der Rubenbauer Genusswelten. Gegründet hat dieses Unternehmen, das heute einen Jahresumsatz von rund 50 Millionen Euro macht, Josef Rubenbauer , der Vater von Birgit Reindl. Er stammt aus Schmidmühlen.

Die Rubenbauer-Gruppe ist einer der größten Verkehrsgastronomie-Spezialisten Deutschlands, unter anderem präsent im Münchner Hauptbahnhof und in der Allianz-Arena.

Das Donisl-Projekt sei ihm eine "Herzensangelegenheit", betonte Karlheinz Reindl. Stichwort bayerische Wirtshauskultur. Bei der Einweihung dankte der 51-Jährige zwei Menschen ganz besonders: seinen Eltern Ingrid und Georg Reindl. "Ohne sie wäre ich heute nicht hier."
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