Quartiersgarage auf dem Bürgerspitalgelände sorgt für Diskussionen
Die Angst vor den 200 Autos

Ganz schön eng hier. An dieser Stelle sollen nach der aktuellen Planung die Autos künftig entgegen der jetzigen Einbahnregelung in Richtung Ziegeltor abbiegen. Die Anwohner halten dieses Vorhaben für sehr gewagt. Bild: Steinbacher

Den einen geht es nicht schnell genug mit dem Bau der Quartiersgarage auf dem Bürgerspitalgelände. Die anderen laufen Sturm dagegen. Sie halten sie für zu groß und das dazugehörige Verkehrskonzept für nicht durchdacht. Es besteht dringender Gesprächsbedarf.

Es ist kurz nach 18 Uhr. An der Ecke Spitalgraben/Kasernstraße herrscht reger Feierabendverkehr. Die kleine Gruppe muss immer wieder zur Seite treten, um einem Fahrzeug das Einfädeln in die Kasernstraße zu ermöglichen. Es ist laut und ungemütlich. Genau da setzt der Protest einiger Anwohner aus dem Viertel rund um den Paradeplatz an: Sollte hier tatsächlich eine Quartiersgarage mit 196 Stellplätzen entstehen, dann fürchten sie noch mehr Autos, noch mehr Lärm, weniger Lebensqualität und viel Ärger.

"Wird auf dem Bürgerspitalgelände unter anderem eine Quartiersgarage mit 196 Stellplätzen errichtet, dann sind die Zusatzbelastungen gering und praktisch nicht spürbar." Das schreibt Harald Kurzak in seinem Verkehrsgutachten. Die Anwohner sehen das anders. Beispielsweise Dr. Rainer Voss, der im Spitalgraben wohnt. Schon heute, so schildert er es, würden Lieferfahrzeuge und die Autos von rund 100 bereits vorhandenen Stellplätzen zu erheblichen Problemen in der Straße und an der Einmündung zur Kasernstraße führen. "Und dann sollen noch einmal 200 Plätze dazukommen."



Ein paar Meter weiter, direkt am Paradeplatz, fühlen sich Hans Märten, Johannes Lösche oder Dr. Eberhard Meier förmlich überfahren. Denn Professor Kurzak empfiehlt, für die Kasernstraße künftig eine Einbahnregelung in Richtung Paradeplatz zu schaffen. Dann könnte der entstehende Verkehr über den Platz, die Fronfestgasse und das Ziegeltor aus der Stadt geleitet werden.



Was angesichts der engen Ecken und schmalen Gassen ohne Gehsteig schwierig bis unmöglich werden könnte, wie die Anwohner vermuten. Sie fordern daher ein Umdenken: So soll ihrer Vorstellung nach die neue Quartiersgarage deutlich reduziert werden. "Dann mache ich halt eine Tiefgarage für die Leute, die dort eine Wohnung kaufen und mehr nicht", sagt Dr. Eberhard Meier.

Schließlich bestehe die Möglichkeit, in der Bahnhofs- und Pfalzgrafengarage sein Auto unterzubringen. Und sie fordern eine Neuplanung, was Zu- und Abfahrt betrifft. Idealerweise, so ihr Vorschlag, wären beide in der Ziegelgasse.
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