"Staade Zeit" trotz Terrorangst

Zwei Polizisten beobachten in Augsburg das Treiben auf dem Christkindlesmarkt. Auf den Oberpfälzer Weihnachtsmärkten wird die erhöhte Präsenz der Sicherheitskräfte heuer wohl Alltag sein. Eine konkrete Gefahr besteht derzeit aber nicht, sagen die Behörden. Archivbild: dpa

Die Terroranschläge von Paris verunsichern - auch in der Oberpfalz. Schon bald öffnen hier die Weihnachtsmärkte. Der Advent ist eine besinnliche und friedliche Zeit. Damit das so bleibt, sind Polizei und Veranstalter besonders wachsam.

(spi/dpa) In der Kälte genüsslich einen Glühwein schlürfen und geröstete Mandeln knabbern - Weihnachtsmärkte und ihre Leckereien ziehen Menschen an wie der sprichwörtliche Magnet. Derartige Veranstaltungen könnten allerdings auch ins Visier von Terroristen geraten. Deshalb hält die Polizei momentan besonders gut die Augen offen. "Ganz klar, natürlich sind wir alarmiert wegen den schrecklichen Ereignissen in Frankreich", berichtet Marco Müller vom Polizeipräsidium Oberpfalz in Regensburg. "Ein Weihnachtsmarkt ist ein Großereignis. Wir schauen uns das ganz genau an." Hundertprozentige Sicherheit könne zwar nie gewährleistet werden, aber die Beamten würden alles dafür tun, damit nichts passiert.

Kein Grund zur Sorge

Im Detail könne Müller nichts über die teilweise verdeckten Taktiken verraten - nur so viel: "Wir schauen vorher, welche Gefährdungslage da ist, und stellen uns dementsprechend auf." Furcht vor Anschlägen brauche die Bevölkerung nicht zu haben. "Man kann beruhigt seinen Glühwein trinken. Es besteht kein Grund, zu Hause zu bleiben", versichert er. Unnötig Angst zu schüren, wäre seiner Meinung nach bei der momentanen Lage schlecht. Ähnlich sieht das Andreas Raab. Er ist Vorsitzender der Park- und Werbegemeinschaft in Amberg (PWG), die den örtlichen Weihnachtsmarkt veranstaltet. Sorgen, dass gerade in den Wochen vor Weihnachten etwas passieren könnte, macht er sich nicht.

"Die Hysterie, die wir haben, verstehe ich nicht. Wenn, dann sind keine kleinen Märkte betroffen. Vielleicht eher Dresden", meint er. In Amberg seien bereits vor zwei Jahren die Sicherheitsmaßnahmen hochgeschraubt worden. "Dazu musste nicht erst Paris passieren. Wir haben die Polizei, Security und Video-Beobachtung."

Verstärkte Kontrollen

Die Besucher des Christkindlmarktes in Regensburg müssen sich aber auf verstärkte Kontrollen gefasst machen: mehr Polizisten und dazu Kameraaufnahmen vom Markt im Schloss Thurn und Taxis. Über den Nürnberger Christkindlesmarkt sagt eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken: "Die Kollegen sind schon alle sensibilisiert." Aber es gebe keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung.
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