Sternsinger schwärmen aus

Bischof Rudolf Voderholzer inmitten der Sternsinger auf dem Amberger Marktplatz. Rund 700 Mädchen und Buben aus dem ganze Bistum Regensburg waren zur Eröffnung des Dreikönigssingens gekommen. Bild: Huber

Zu Christi Geburt folgten die Heiligen Drei Könige einem Stern. Am Montag orientierten sich Kaspar, Melchior und Balthasar an den Wegweisern nach Amberg. Dort eröffnete Bischof Rudolf Voderholzer das Dreikönigssingen im Bistum Regensburg.

Die Weisen aus dem Morgenland kamen zwischenzeitlich ganz schön ins Schleudern. Dichtes Schneetreiben hielt so manche Gruppe davon ab, wie geplant nach Amberg zu fahren. Dennoch versammelten sich in der Pfarrkirche St. Georg rund 700 Mädchen und Buben aus der Diözese, um vom Bischof den Segen zu empfangen. Ursprünglich hatte das Bistum etwa 1000 zu dem Treffen erwartet.

"Ich wünsche euch schneefreie Straßen", sagte der Bischof, "und, dass ihr nicht auf übersensible Rauchmelder trefft." Ausgestattet mit glühenden Kohlen und Weihrauch ziehen die Sternsingern in den kommenden Tagen von Haus zu Haus, um die Menschen zu segnen. Aber auch, um Spenden für notleidende Kinder in der Dritten Welt zu sammeln. Im vergangenen Jahr waren beim Dreikönigssingen allein im Bistum Regensburg mehr als 1,9 Millionen Euro zusammengekommen. Deutschlandweit hatte die Aktion rund 44,5 Millionen Euro eingebracht.

Bilder von Stephan Huber und Uli Piehler



"Segen bringen - Segen sein. Gesunde Ernährung für Kinder auf den Philippinen und weltweit!", so lautet das Motto der Sternsinger in diesem Jahr. Die Spendengelder sollen vor allem Kindern zugute kommen, die in den Slums philippinischer Großstädte leben müssen. Zigtausende Familien können sich dort nicht viel mehr leisten als täglich eine Schüssel Reis. Eine Mangelernährung, die die Entwicklung der Kinder gravierend beeinträchtigt.

Der Bischof dankte den Mädchen und Buben für ihren Dienst. "Ihr habt ja schon in den vergangenen Tagen so oft ministriert und jetzt zieht ihr auch noch tagelang durch die Straßen." Als große Last empfinden die Kinder ihr Engagement aber nicht. Beim Einkleiden und Schminken im Pfarrzentrum St. Georg herrschte nicht nur ein großes Durcheinander, sondern auch Heiterkeit.

"Ich freue mich schon", sagte der zehnjährige Tim aus der Pfarrei St. Nikolaus in Pittersberg (Kreis Amberg-Sulzbach). Er ist heuer das erste Mal dabei und darf sich als Kaspar sein Gesicht schwarz anmalen lassen. "Das Geld spenden wir und die Süßigkeiten teilen wir auf", gibt er die Marschroute vor. In vielen Pfarreien braucht es gar keine schwarze Schminke mehr. Ministranten mit dunkler Hautfarbe schlüpfen in die Rolle des König Kaspars, wie zum Beispiel Johannes Kronschnabel (16) aus der Pfarrgemeinde March im Landkreis Regen. Seit sieben Jahren gehört Johannes zur Messdiener-Schar, seine Mama ist Ministrantenbetreuerin.
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