Vier Mal Feuer in Amberg: Gericht sieht Vorwürfe gegen 56-Jährigen als erwiesen an
Fünf Jahre Haft für Brandstifter

Weil er mehrere Feuerwehreinsätze in Amberg auslöste, muss ein 56-Jähriger für fünf Jahre ins Gefängnis. Archivbild: gf
Wegen schwerer Brandstiftung ist ein 56-Jähriger aus Duisburg vom Landgericht Amberg zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die Erste Strafkammer hielt es dabei für erwiesen, dass der Mann in den ersten Wochen dieses Jahres Feuer in einem Keller, an einem Wohnhaus in der Amberger Innenstadt und an zwei Müllcontainern legte. "Ich war das nicht", hatte der mehrfach wegen Brandstiftung vorbestrafte 56-Jährige während des dreitägigen Prozesses behauptet und seine Anwesenheit an allen vier Tatorten dem Zufall zugeschrieben.

"An so viele Zufälle aber können wir nicht glauben", hielt ihm jetzt die Vorsitzende der Ersten Strafkammer, Roswitha Stöber, entgegen. Dabei nahm sie auch Bezug auf die vorliegenden Akten und zählte Brandstiftungen auf, die dem Mann in der Vergangenheit nachgewiesen worden waren. Hinzu kamen etliche weitere Brände, bei denen die Ermittlungen im Sand verliefen. Tatsache aber war: Auch dort war er stets aufgetaucht. Bei ihrer Entscheidung sahen sich die Richter mit dem Umstand konfrontiert, dass der Angeklagte schon mehrere Jahre in der Psychiatrie zubrachte. Die Voraussetzungen für eine erneute Einweisung aber hielt ein medizinischer Gutachter für nicht gegeben.

Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft verlangt, die Verteidigung wollte Freispruch. Die Brände hatten Schaden in sechsstelliger Höhe verursacht. In einem Fall waren drei Menschen akut gefährdet, als Feuer in einer Mülltonne gelegt wurde und dichte Rauchschwaden ein Wohn- und Geschäftshaus durchzogen. Das Motiv blieb unklar. Allerdings, so wurde deutlich, scheint der 56-Jährige eine Vorliebe für Feuerwehr, Einsätze und Brände zu haben.
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