500 Jahre Reinheitsgebot
Amberg macht richtiges Fass auf

Vor Michael Cerny und Wolfgang Dersch lag eine große Mappe, die Bewerbung für die Landesausstellung. Doch die Stadt ist bei "Bier in Bayern" nicht zum Zug gekommen. Macht nix, ein Bierfest gibt es trotzdem.

Amberg. (san) 500 Jahre bayerisches Reinheitsgebot: Für Oberbürgermeister Michael Cerny steht außer Frage, dass dieser Anlass im ganzen Freistaat gebührend gefeiert wird. Das tut auch Amberg, geht aber noch einen Schritt weiter: Die Bierstadt soll in den Mittelpunkt gerückt werden. Denn: "Bierstadt Amberg - das können wir uns getrost als Label anheften", erklärte der OB. "Viel von der Biertradition konnte bei uns in die Gegenwart gerettet werden", sagte er und verwies auf andere Städte. Diese hätten oft nur eine Brauerei, vielleicht noch eine zweite.

Stolz auf sechs Brauereien


Amberg könne stolz sein auf seine sechs Brauereien. Einerseits wolle man für einheimische Produkte werben, andererseits auch auf deren Vielfalt aufmerksam machen. Für Cerny und seine Mitstreiter aus dem Kulturreferat und von den sechs Brauereien geht es also um mehr als das bayerische Reinheitsgebot. "Es ist Zeit, ein richtiges Fass aufzumachen", blieb Kulturreferent Wolfgang Dersch in der Bier-Sprache. Amberg habe den Zuschlag für die Landesausstellung nicht bekommen, doch auch andere große Bierstädte wie Bamberg, Kulmbach oder Ingolstadt hatten das Nachsehen. Geworden ist es Aldersbach in Niederbayern, angesichts seiner Barocktradition.

Wolfgang Dersch stellte das Programm des Bierfestes (Samstag, 23. April, von 17 bis 24 Uhr; Sonntag, 24. April, von 10 bis 22 Uhr) kurz vor. Jeder Besucher könne für zehn Euro einen Probierkrug erwerben. Inklusive sind neben dem Glas, das der Gast behalten darf, noch sechs Probierchips zum Testen der verschiedenen Sorten des Gerstensafts. Zum Preis von je einem Euro können zudem weitere Chips gekauft werden. "Das soll keine Kirwa und auch kein Oktoberfest werden", kündigte Dersch an.

Probierkrug fürs Fest


"Wir haben eine schöne Palette an Bieren, das Bierfest ist eine schöne Plattform, diese zu präsentieren", sagte Franz Kummert von der gleichnamigen Brauerei. Das hochwertige Konzept der Veranstaltung mit eigenen Probierkrügen, Logo und einem Flyer in Form eines Bierkrugs, der die Idee von Kulturamtsmitarbeiterin Barbara Cosima Frey war, lobte Arno Diener (Hausbrauerei Sudhang).

Ums Bier drehen sich nicht nur die beiden Tage Ende April, sondern weitere Veranstaltungen. Im Stadtmuseum wird ab Juni eine große Bierausstellung gezeigt, wofür laut Dersch Museumsleiterin Judith von Rauchbauer von den Brauereien sehr unterstützt worden sei.

Bei den Plättenfahrten gibt es jeden Monat eine Bierverkostung. Am Montag, 18. April, startet eine Vortragsreihe der Volkshochschule. An vier Abenden wird Stadtarchivar Dr. Johannes Laschinger die Amberger Biergeschichte beleuchten.

Quiz und MusikAm zweitägigen Bierfest auf der Bleichwiese beim Kongresszentrum (ein Zelt wird aufgestellt) beteiligen sich alle sechs Amberger Brauereien, deren Chefs Anton Bruckmüller (Bruckmüller), Arno Diener (Hausbrauerei am Sudhang), Franz Kummert (Kummert), Gerhard Schmidkonz (Schloderer-Bräu), Martin Sterk (Sterk) und Josef Winkler (Winkler) zur Programmvorstellung gekommen waren.

Die Brauereien kümmern sich um den Gerstensaft, Michael Eckl vom ACC-Restaurant für die dazu passenden Speisen (Brat- und Weißwürste, Wildschweintopf, Wammerl mit Dotsch, Schweinebraten und Steckerlfisch).

Für die Musik sorgen am Samstag, 23. April, ab 18 Uhr "Die 6 lustigen Fünf", am Sonntag, 24. April, beim Frühschoppen eine Band des Gregor-Mendel-Gymnasiums und ab 18 Uhr Austria 7. Ein Familienprogramm, unter anderem mit einem kniffligen Bierquiz, rundet die zweitägige Veranstaltung ab. (san)
Bierstadt Amberg - das können wir uns getrost als Label anheften.OB Michael Cerny
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