Beim Baumfällen bange Sekunden für Kirwaburschen
Es knackt doch nicht

35 Meter hoch ist der Raigeringer Kirwabaum aus dem Stadtwald

Raigering. Über ein Jahrhundert lang hegen und pflegen die Raigeringer Burschen mit viel Herzblut die ihnen überlieferten Traditionen bei der Raigeringer Kirwa. Alt und Jung packen zusammen an, so dass mehrere Tausend Besucher ihr Vergnügen auf dem Festplatz der Brauerei Sterk haben können. Freunde treffen, eine Maß trinken, sich bei Volksmusik noch unterhalten können und dazu die Brauchtümer rund um die größte Oberpfälzer Traditionskirchweih erleben - das macht die Raigeringer Kirwa so beliebt.

Erstmals aus Stadtwald


Am Mittwoch erlebte sie wieder eine Premiere. Erstmals wurde der Kirwabaum aus dem Stadtwald an der AM 30 geholt. Schon beim Fällen mussten die Burschen bange Sekunden überstehen. Der Gipfel wippte nach. Doch das unheilvolle Knackgeräusch blieb aus und die Baumspitze blieb heil. Die nächste Hürde war bei der Anfahrt zu meistern. Da der Festplatz nur aus Richtung der Sterk-Kreuzung befahrbar ist, war eine große Schleife zu absolvieren. Die Baustelle stellte noch kein Hindernis dar. Doch beim Wendepunkt versank der Baumanhänger im Morast. Mit vereinten Kräften wurde er wieder flott gemacht, und die Burschen trafen rechtzeitig auf dem Festplatz ein.

Pünktlich konnten sie am Samstag auch mit dem Aufstellen beginnen. Keine Windböen (wie im Vorjahr) verzögerten die Prozedur. Der 35-Meter-Stamm wurde festlich geschmückt. Mit den Schwalben mussten 60 Mann kräftig anschieben, damit der Baum in die Senkrechte kam. Mit Kennerblick dirigierten Werner Biehler und Roland Erras das Aufstellorchester drei Stunden lang. Schon von Weitem grüßt nun die weiß-blaue Fahne auf dem Gipfel. Gestern tauschten die Burschen das Arbeitsgewand gegen ein weißes Hemd, schwarze Hose und den Kirwahut. Dieser wurde von den feschen Kirwamoidln mit Blumen und Schleierkraut geschmückt.

"Gruß an Kiel" stimmten die Tanngrindler Musikanten an. Sonst spielen die Vollblutmusikanten im Hofbräuhaus oder auf dem Gäubodenfest. Nun durften sie den Festzug der Kirwapaare über die Hofmark auf den Festplatz anführen. Dort tanzten die Burschen mit ihren Moidln Walzer und Dreher und stimmten die überlieferten Schnodahüpfln an.

Heute geht es mit einem Frühschoppen im Sterk-Garten weiter. Am Abend wird der Baum verlost. Den krönenden Abschluss bildet das Geldbeutelwaschen am Dienstag gegen 22 Uhr. Zuvor spielen die Raigeringer Musikanten auf.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.