Chaos in der ACC-Tiefgarage
Gratis nur noch für Kufü-Gäste

Neben der Kasse im Eck - der Kufü-Parkschein-Entwerter ist nicht leicht zu finden. Bilder: Steinbacher (4)
 
Ein Kassenautomat mit Preistafel (links) und eine große Werbefläche (rechts) - beide Male fehlt der Hinweis, dass Kurfürstenbad-Besucher die Tiefgarage gratis nutzen dürfen. "Wir bessern nach", heißt es von den Stadtwerken.

Nach der "Traumfabrik"- Vorstellung verlassen die Gäste die ACC-Tiefgarage, ohne fürs Parken zahlen zu müssen. Zwei Wochen später ein völlig anderes Bild: Nach "Rhythm of the Dance" bilden sich Staus. Chaos entsteht, weil die Stellplätze plötzlich kostenpflichtig sind und die Schranke unten bleibt. Grund ist eine neue Vereinbarung, von der die Öffentlichkeit zunächst nichts erfuhr. Bis gestern.

Die Beschwerden häuften sich: Nicht nur bei der Amberger Congress Marketing, die das ACC-Programm zusammenstellt, auch bei unserer Zeitung meldeten sich teils erboste Rhythm-of-the-Dance-Besucher, die am Mittwochabend nach der Vorstellung in einer langen Schlange standen. Um die von den Stadtwerken betriebene Garage verlassen zu können, musste ein Parkschein gezogen werden - obwohl das nur zwei Wochen zuvor an gleicher Stelle bei der "Traumfabrik" nicht nötig war.

Seit Mitte Januar


Was die Betroffenen nicht wussten, beziehungsweise nicht wissen konnten: Am Freitag, 15. Januar, trat laut ACM-Vorstandsmitglied Franz Mertel eine neue Regelung in Kraft. Was so aber nicht mitgeteilt worden war. In einer gestern nach AZ-Nachfrage verschickten Pressemitteilung steht: Seit Mitte des Monats bieten die Stadtwerke keine exklusiven, kostenfreien Parkmöglichkeiten mehr an. Gründe seien die steigende Anzahl der ACC-Veranstaltungen und die eher schwer zu beantwortende Frage, ab wann es sich um ein Kulturprogramm handelt. Denn nur für dieses hätten die Stadtwerke Ausnahmen gemacht und auf Gebühren verzichtet.

ACC-Chefin Petra Strobl sieht in der neuen Vereinbarung einen elementaren Vorteil: "Für Besucher und Veranstalter soll die Handhabung einheitlich, nachvollziehbar und fair sein." Das sei nun der Fall. Strobl ist "dankbar und froh", dass das vielerorts unübliche Privileg des Gratis-Parkens überhaupt möglich war.

Der Tiefgarage kam in den Gesprächen über die Parkgebühren noch eine weitere Rolle zu. Wer das Kurfürstenbad nutzt, kann sein Auto kostenlos unterirdisch stehen lassen. Dabei handelt es sich ebenfalls um ein Privileg, das künftig besser beworben werden soll. Stadtwerkesprecherin Karoline Gajeck-Scheuck räumte auf Nachfrage ein, dass auf diesen Park-Bonus bisher nicht sehr auffällig hingewiesen worden war. Ein Test bestätigte am Freitagvormittag: Weder an den Parkautomaten, noch in der Tiefgarage oder am Eingang des Bades war etwas von der Gebührenfreiheit zu lesen. Auch die Stadtwerke-Seite im Internet lieferte keine Hinweise.

"Wir bessern nach"


Noch am Mittag kündigte Gajeck-Scheuck gestern an: "Wir bessern nach." Spätestens ab Montag soll an folgenden Stellen auf das Gratis-Angebot aufmerksam gemacht werden: Eingangsbereich direkt an der Kassentheke, beim Verlassen des Bades rechts neben dem Kassenautomaten, im Sauna-Bereich nach dem Drehkreuz rechts an der Glasscheibe, an den Glasscheiben der Kufü-Eingangstüren und im Internet.

In der ACC-Tiefgarage werde aber auf Hinweisschilder verzichtet, um Missbrauch auszuschließen. Es habe Fälle gegeben, in denen sich Autofahrer als Badbesucher ausgegeben haben - mit dem Hinweis, die Karte befinde sich im Fahrzeug. Gajeck-Scheuck: "Das ist für unser Personal nicht überprüfbar." (Angemerkt)
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