Christbaum steht noch, während die Narren schon längst im Faschingsmodus sind
Geballte Gaudi für kurze Saison

Wenn wir den Schalter auf Fasching umlegen, ist erst Silvester.

Das letzte Weihnachtsplätzchen rein in den Mund und die Pappnase aufgesetzt: Heuer durfte man das neue Erdbeeren-Kostüm gleich unter dem Christbaum anprobieren. Mit dem Jahreswechsel und dem damit verbundenen Silvesterball der Narrhalla Rot-Gelb startete in Amberg der Fasching. 2016 ist die Saison besonders kurz. In vier Wochen steht bereits wieder der Kehraus an - ein Interview mit Narrhalla-Präsident Jürgen Mühl.

In vier Wochen ist alles vorbei. Ist das für die Narrhalla ein Problem?

Jürgen Mühl: Jein. Das einzige Problem besteht darin, dass die Veranstaltungen in einem gedrängteren Rahmen stattfinden. Wir haben ein bis zwei Wochen weniger Zeit für Auftritte.

Mussten Sie welche absagen?

Mühl: Ja, wir mussten tatsächlich Auftritte absagen, da wir am selben Tag schon mehrere Anfragen hatten und bereits verplant waren. Heuer haben wir um die 35. Normalerweise sind es schon so an die 40.

Wie schaffen Sie es alle Jahre wieder - und heuer ganz besonders schnell - aus dem Besinnungs- in den Spaßmodus zu wechseln?

Mühl: Das ist für uns kein Problem. Wenn wir den Schalter auf Fasching umlegen, dann ist bei uns erst Silvester, weil wir ja mit dem Ball in die Saison starten. Ich freue mich ehrlich gesagt total darauf, dass die Feiertage wieder vorbei sind und was los ist.

Wo ist denn erfahrungsgemäß am meisten los?

Mühl: Beim Galaball, der heuer am Samstag, 23. Januar, ist. Und beim Kinderfasching, einen Tag später, ebenfalls im ACC. Der ist immer ausverkauft. Wenn wir noch 200 Karten hätten, dann könnten wir die auch noch verkaufen. In den vergangenen Jahren haben wir Trauben von Menschen, die vor der Tür standen und eine Karte kaufen wollten, weitergeschickt. Das tut einem dann besonders leid, wenn die Kinder schön geschminkt und verkleidet wieder gehen müssen.

Ihr persönlicher Höhepunkt?

Mühl: Das ist für mich alle Jahre wieder der Kehraus, der eigentlich von der Bevölkerung leider weniger angenommen wird. Bei uns wird der Prinz jedes Jahr auf eine andere Weise beerdigt. Dazu überlegt sich der Scharfrichter, der immer in einer anderen Verkleidung auftritt, eine besondere Geschichte. Die Garde zeigt alle Tänze, es spielt die Band Dingldangl, und die Zeremonie des Begräbnisses hat etwas vom Nockherberg. Alles, was während der Faschingszeit Peinliches passiert, wird von mir mitnotiert. Am Rosenmontag schreibe ich dann die Rede, die ich als Scharfrichter vortrage.

Gab es heuer peinliche Vorfälle?

Mühl: Ja. Ich hab schon eine Idee.
Wenn wir den Schalter auf Fasching umlegen, ist erst Silvester.Jürgen Mühl, Präsident der Narrhalla Rot-Gelb
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