Da haben Männer das Nachsehen
Ein Tanznachmittag nur für Frauen

Schnell machten die jungen Damen mit ihren Smartphones noch gegenseitig Fotos vor der Tür zum Saal des Jugendzentrum. In schönen Kleidern, sorgfältig geschminkt, mit glänzenden Frisuren und der dazu gehörigen Laune freuten sie sich auf die Musik und die Veranstaltung. Es war Sonntagnachmittag und zur interkulturellen Woche hatte Anne Kuchler von der Ayslsozialberatung des Caritasverbands Amberg-Sulzbach in Zusammenarbeit mit der türkisch-islamischen Gemeinde eine Veranstaltung organisiert, die nur für Frauen war. Sozusagen im "geschützten Raum", wie es Bürgermeisterin Brigitte Netta formulierte, trafen sie sich. Um gemeinsam für ein paar Stunden nur im weiblichen Kreis die Körper nach der Musik zu bewegen. Und sich auch gegenseitig auszutauschen, miteinander zu essen oder den Nachwuchs zu bestaunen. Ob zum Beispiel aus der Türkei, dem Irak, Tschetschenien, Afghanistan, Georgien, Syrien oder Deutschland - beim Tanz gab es nur eine einzige Sprache, die alle beherrschten. Denn diese wurde in erster Linie von lachenden Gesichtern und dem Herzen formuliert. Kleine Kinder sah man in ihren Sonntagskleidern umher wuseln. Es herrschte eine Feststimmung, die man nur von Hochzeiten oder auch aus Bierzelten kennt. Auf die Frage, ab welchem Alter männliche Teilnehmer ausgeschlossen seien, meinte Netta: " Die Jungs sehen sich ab der Pubertät selbst als Männer und bleiben dann fern." Ohne maskuline Präsenz spürte man eine wahre Lebenslust, die Probleme im Alltag mit Zukunftssorgen oder -nöten vergessen ließ und sich einzig dem Zugehörigkeitsgefühl hingab. Hin und wieder zuckte eine der Frauen mit den Schultern, als ihre mitgebrachten Lieder aufgrund der Technik nicht abspielbar waren. Es machte nichts, denn alle die Stücke, ob nun von CD oder Handy, hatten nur ein Ziel: den Rhythmus vorzugeben und ohne Scheu zu tanzen, tanzen, tanzen ... Bild: kge

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