Das Hockermühlbad hat eine schlechte Badesaison
Freie Bahn voraus

Den Donnerstagnachmittag verbrachten viele Leute im Amberger Hockermühlbad. Richtig voll war es in diesem Sommer nicht oft. Bilder: Hartl (2)

Die aktuelle Hitzewelle lockt die Leute ins Freibad. Doch im Hockermühlbad ist lange nicht so viel los wie im vergangenen Jahr. Der Sommer 2016 könnte sogar einer der schlechtesten werden.

"Mittwoch und Donnerstag waren super Tage", sagt Günter Schwarzer, Betriebsleiter für die Bäder bei den Stadtwerken. Es brauche zwei, drei schöne Tage, erst dann gingen die Menschen ins Hockermühlbad, erläutert er. Da in diesem Sommer solche Wetterlagen selten waren, sind die Besucherzahlen lange nicht so gut wie im vergangenen Jahr. An bisher nur fünf Tagen zählte Schwarzer über 2000 Badegäste. In der Rekordsaison 2015 waren es 15 Tage mit so vielen Menschen. Grund dafür war die "unheimlich lange Phase mit 26 oder 27 Grad Celsius", erklärt der Bäderleiter.

Im Durchschnitt seien es heuer meist zwischen 300 und 400 Schwimmer pro Tag gewesen. Die schlechtesten Tage waren der 4. und 5. Juni mit nicht einmal 100 Besuchern. Der beste Tag war der 24. Juni mit 3200 Gästen. Nach dem Mai 2016 könnte der August mit etwa 18 000 Freibadgästen der schlechteste Monat dieser Saison werden. Im August 2015 schwammen und planschten noch 40 582 Besucher.

Die aktuelle Hitzewelle werde an der Statistik des Hockermühlbads kaum mehr etwas ändern, vermutet Schwarzer. "Die Leute kommen später und gehen früher", sagt er. Familien, Jugendliche und Senioren gehen zu dieser Jahreszeit erst gegen Mittag ins Bad, wenn die Temperaturen hoch und der Morgentau auf dem Rasen getrocknet ist. Und sie verlassen es oft schon gegen 18 Uhr, wenn die Sonne nicht mehr auf die Anlage scheint. Über 135 000 kamen 2015 ins Hocko. 2014 war zwar die schlechteste Saison der vergangenen 20 Jahre (rund 97 000 Gäste). Doch 2016 könnte ähnlich ausfallen. "Ich bin froh, wenn wir die 100 000 knapp kratzen", gesteht Schwarzer.

Doch es gibt Besucher, die sich über das schlechte Wetter freuen: "Für Schwimmer gibt es nichts Schöneres", meint der Bäderleiter über Dauerkartenbesitzer. Wenn es nicht so heiß ist, können sie in aller Ruhe ihre Bahnen ziehen und müssen nicht ständig anderen Sportlern ausweichen. Und noch etwas Gutes hat Schwarzer zu berichten: Im Jahr 2016 sind keine schlimmen Unfälle passiert. Einzig ein Mädchen, dass sich beim Sprung von 5-Meter-Brett gestaucht hat. Ihm gehe es wieder gut, erklärt er. (Angemerkt)

Die Hitzewelle ist zu spät in der Saison, die hätten wir im Juli gebraucht.Günter Schwarzer, Betriebsleiter für die Bäder bei den Stadtwerken Amberg


BurkiniEinen Burkini im Hockermühlbad zu tragen, ist erlaubt, sagt Bäderleiter Günter Schwarzer. 2015 und 2016 gab es zwei Anfragen bei den Stadtwerken, die die Schwimmbäder betreiben, "gesehen habe ich heuer noch keinen", berichtet er. Ein Burkini ist ein Ganzkörperbadeanzug für Muslimas. Er setzt sich aus einer Leggins und einem längeren Oberteil mit Kapuze zusammen. Ein Burkini ist kein Neoprenanzug - er besteht aus demselben Stoff, aus dem Bikinis und Badeanzüge gefertigt werden. (esa)
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