Das Vis-à-vis muss schließen
Beliebte Kult-Kneipe macht nach über 30 Jahren zu

Es ist von außen unübersehbar: Dieses Haus an der Lederergasse braucht mehr als eine kosmetische Schönheitsreparatur. Es muss komplett saniert werden. Über 30 Jahre war das im Erdgeschoss untergebrachte Vis-à-vis Anlaufstelle Nummer eins für Nachtschwärmer. Bild: Steinbacher
Freizeit
Amberg in der Oberpfalz
21.01.2016
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Sie ist über 30 und immer noch umwerfend anziehend für Jugendliche und junge Erwachsene: die Kneipe in der Lederergasse, das Vis-à-vis. Jetzt schließt die Institution für gepflegte Thekenunterhaltung zum 31. Oktober. Wirt Christian Klostermann bestätigte gegenüber der AZ die bereits am Mittwoch über Facebook veröffentlichte Botschaft: "Das Visa muss schließen, weil das Haus komplett saniert wird. Die zukünftige Nutzung des Hauses läuft dann ohne Visa weiter."

Zweites Wohnzimmer


Klostermann hatte die Kult-Kneipe am 1. September 1994 im Alter von 21 Jahren von seinem Vorgänger Richard Dietz übernommen. An diesen Tag erinnerte sich der Wirt anlässlich eines Interviews 2008 noch sehr gut: "Ich konnte aus Angst, dass es nicht klappen würde, dass die Kneipe nicht laufen würde, wochenlang nicht schlafen." Doch es lief. Generationen von Schülern und jungen Erwachsenen aus Amberg und Umgebung sahen in den Räumen an der Lederergasse ihr zweites Wohnzimmer: 11.11., Fasching, Bockbierfeste, Frühschoppen, Pikantus-Trinkereien, Oktoberfeste, Weihnachtsfeiern, normale ausufernde Freitage und Samstage, Facharbeitsabgabe-Partys, Abiturfeiern, Altstadtfeste und natürlich der Sportlerfrühschoppen - die Liste der Erlebnisse ist lang. Vor sieben Jahren war Klostermann bereits schon einmal kurz vorm Zusperren. Warum? "2008 war was anderes. Das waren Streitigkeiten bezüglich einer Vertragsverlängerung mit einer Erbengemeinschaft." Diesmal werde das Haus von einer Investorengruppe komplett renoviert.

Klostermann bleibt Wirt


Fest steht aber, Klostermann bleibt Wirt. "Ich hab ja noch das UNS5. Und auch wenn es kein Visa mehr gibt, wird dort natürlich mehr Zeit und Herzblut investiert."
2 Kommentare
Doris Maget aus Amberg in der Oberpfalz | 22.01.2016 | 08:18  
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silvia blödt aus Amberg in der Oberpfalz | 26.01.2016 | 14:34  
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