EIn Jahr nach dem Jubiläum
Feierwehr bleibt die Ausnahme

Herbert Hartl (rechts) ist seit 60 Jahren Mitglied im Feuerwehrverein, Josef Schrott seit 40. Bild: gf
 
Ehrung für langjährige aktive Dienstzeit standen bei der Amberger Feuerwehr auf der Tagesordnung (von links): Stadtbrandrat Bernhard Strobl, Markus Amberger, Stadtbrandinspektor Philipp Seegerer, Gerhard Streber, Oberbürgermeister Michael Cerny und Josef Singer, der stellvertretende Vorsitzende des Feuerwehrvereins. Bild: gf

Das Lob kam vom OB höchstpersönlich: "Wir Amberger sind stolz auf unsere Feuerwehr, bei der wir uns sicher fühlen." Bei der Mitgliederversammlung wurde schnell klar, wie leistungsstark die Truppe tatsächlich ist.

Amberg. (gfr) Im Lehrsaal der Feuerwache betonte OB Michael Cerny, dass die Feuerwehr beim Vertrauen der Bürger ganz oben stehe. In der Region würden viele Feuerwehren neidvoll auf die Ausstattung der Amberger blicken. Cerny hoffte, dass der neue Imagefilm dazu beitrage, mehr junge Menschen für die Feuerwehr zu begeistern. "Ohne sie könnten wir viele unserer Aufgaben nicht bewältigen", betonte Polizeihauptkommissar Peter Krämer und nannte als Beispiele vor allem schwere Verkehrsunfälle. Für den THW-Ortsverband dankte Christoph Hollweck für die gute Zusammenarbeit. Grußworte sprach auch Martin Henzontner von der Partnerfeuerwehr aus dem oberösterreichischen Wels.

Wachfest am 1. Mai


"Letztes Jahr haben wir nicht nur gefeiert", versicherte Stadtbrandrat Bernhard Strobl mit Blick auf das 150-jährige Bestehen. Beim nächsten Wachfest (Sonntag, 1. Mai) werde das neue Wechselladerfahrzeug offiziell vorgestellt. Mit etwa zehn Jahren Verspätung laufe nun der Digitalfunk an. Die Amberger Wache sei dringend sanierungsbedürftig, vor allem das Dach, "damit's nimmer reinregnet".

Laut Stadtbrandinspektor Philipp Seegerer leisten aktuell 124 Aktive Dienst, darunter zwölf Frauen, sieben Anwärter und zwei Anwärterinnen. Das Durchschnittsalter liegt bei 33 Jahren, die Dienstzugehörigkeit bei 14 Jahren. Inklusive der Stadtteilwehren gibt es demnach 330 Dienstleistende, darunter 64 Jugendliche unter 18 Jahren. 14 Ausbildungsabende hat jeder Zug abgehalten, die Jugend absolvierte 600 Stunden. Die Feuerwehr musste 697 Mal ausrücken, das waren 89 Einsätze mehr als im Vorjahr. 93 Mal hatten Brandmelder ausgelöst, die Anzahl der Feuer stieg von 66 im Jahr 2014 auf 89. Die Summe aller technischen Hilfeleistungen kletterte auf 334. Ein leichtes Plus war laut Seegerer auch bei den 178 Sicherheitswachen zu verzeichnen. Zu 34 Einsätzen musste die Amberger Feuerwehr auch in den Landkreis ausrücken.

Spektakuläre Brände


Die spektakulärsten Fälle waren im Vorjahr ein Küchenbrand am Schelmengraben, ein in Flammen stehendes Wohnhaus in Neubernricht und ein Zimmerbrand im Drillingsfeld. Gebrannt habe es auch im Klinikum St. Marien, in der Lukas-Cranach- und Wingershofer Straße.

Josef Singer, stellvertretender Vorsitzender des Feuerwehrvereins, ging auf das Jubiläum ein: "Man wird nicht alle Jahre 150 Jahre alt." Den Auftakt der Feierlichkeiten bildete der Neujahrsempfang mit 300 Gästen. Zum Festprogramm gehörten auch Gottesdienste in der Basilika St. Martin und am Gedenkstein in der Leopoldstraße, wo der sieben Feuerwehrleute gedacht wurden, die vor 70 Jahren beim Bombenangriff ums Leben kamen. Singer erinnerte daran, dass OB Michael Cerny beim Neujahrsempfang großzügig ein Fass Bier versprochen hatte, ohne sich auf die Größe desselben festzulegen. Martin Sterk aus Raigering habe da natürlich sein größtes Fass gefüllt.

Die Philatelisten mussten laut Singer ihre Sonderbriefmarken zum Feuerwehrjubiläum mehrmals nachdrucken lassen. Gut 1000 Gäste waren zum Bayerischen Landespokal-Wettbewerb und zum Oberpfalzcup gekommen. Höhepunkt im Jubiläumsjahr war der Festakt im ACC. Am gleichen Wochenende fand auch der Landesfeuerwehrtag in Amberg statt. Bei der Aktionsmeile in der Innenstadt zeigten sich Feuerwehr und andere Hilfsorganisationen "von der besten Seite", wobei das US-Flughafenlöschfahrzeug aus Grafenwöhr der Anziehungspunkt gewesen sei.

"Ein besonderes Schmankerl", den etwa drei Minuten langen Image-Film, stellte Bernhard Strobl vor. Gemacht haben den Trailer Studenten der Medienproduktion und Technik der Hochschule: Julian Fröber, Moritz Hagenmüller, Lukas Buckel, Max Wichmann und Katharina Horn.

___



Der Image-Film im Internet

https://youtu.be/U9hqKC9VkBY

Ehrungen, Beförderungen und LeistungsabzeichenMit dem Ehrenzeichen des Freistaates wurden Gerhard Streber für 40 und Markus Amberger für 25 Jahre aktiver Dienstzeit ausgezeichnet. Jugendwart Amberger erhielt auch die silberne Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Bayern. Heinrich Scharf wurde in Weiden mit dem Bayerischen Feuerwehrehrenkreuz in Gold ausgezeichnet.

Seit 60 Jahren sind Karl-Heinz Bockisch und Herbert Hartl im Feuerwehrverein. 50 Jahre sind Ernst Ehrensberger und Oswald Götz dabei. Auf 40 Jahre bringen es Reiner Roempler, Josef Schrott, Josef Tischlak.Befördert wurden die Oberfeuerwehrmänner Christoph Matz und Raphael Pollanka, Hauptfeuerwehrfrau Julia Legat, die Hauptfeuerwehrmänner Christoph Stich und Christoph Tresch, Löschmeister Jens Birkmann, Oberlöschmeister Achim Herbolzheimer und Brandmeister Gerhard Streber. Die Jugendleistungsprüfung haben abgelegt: Denise und Vanessa Amberger, Kilian Hench und Matthias Lomitzki.

Leistungsabzeichen Wasser - Stufe 1 (Bronze): Florian Singer; Stufe 2 (Silber): Florian Bachfischer, Lukas Metzenroth, Patrick Mössner und Jonas Stündl; Stufe 4 (Gold-blau): Andreas Helml, Thomas Lippl; Stufe 6 (Gold-rot): Sebastian Schindler. Wissenstest: Daniel Richter, Stefan Stündl, Kilian Hench, Vanessa Amberger und Denise Amberger. Jugendleistungsprüfung: Denise Amberger, Vanessa Amberger, Kilian Hench und Matthias Lomitzki. (gfr)
Weitere Beiträge zu den Themen: Feuerwehr (1113)Feuerwehr Amberg (23)Wachfest (3)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.