Kneipp-Verein Amberg eröffnet neue Saison
Wassertreten auf dem Trockenen

Oberbürgermeister Michael Cerny (links neben dem Stein) enthüllt mit den Mitgliedern des Kneipp-Vereins den Sebastian-Kneipp-Gedächtnisstein neben Kürfurstenbad und Kongresszentrum. Die Anregung dazu kam von der Vereinsvorsitzenden Evelin Hensel (rechts neben Cerny). Bilder: Steinbacher (2)

Kneippen ohne Wasser geht nicht? Geht doch! Mit leeren Wasserbecken hat der Amberger Kneipp-Verein am Mittwochnachmittag die neue Saison eröffnet.

Und dass ausgerechnet zum 196. Geburtstag von Sebastian Kneipp. Vereinsvorsitzende Evelin Hensel brachte das nicht aus der Ruhe. "Dann gibt es halt Aufgüsse statt dem üblichen Wassertreten", sagte sie in die Runde und lächelte dabei. Schuld daran ist das neue Piratenschiff auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände, wo die Leitung an die gleiche Wasserpumpe angeschlossen ist. "Das wollen die Kinder auch endlich einweihen."

Auch der Kneipp-Verein hatte etwas einzuweihen - einen Gedenkstein, der an den Naturheilkundler erinnert. "Ab sofort ist die Anlage vor dem Kurfürstenbad ein Sebastian-Kneipp-Platz", freute sich Hensel. Die Idee hat sie sich von Gleichgesinnten aus der Amberger Partnerstadt Bad Bergzabern in Rheinland Pfalz abgeschaut. Ein Bronze-Relief ziert dort den Sebastian-Kneipp-Platz. "Da habe ich mir gedacht: Das brauchen wir in Amberg auch."

Passt zum Leben


Was die Stadt ebenfalls benötigt, seien engagierte Kneipp-Anhänger wie Hensel. "Sie hat ständig neue Ideen und hält damit den Laden in Schwung", lobte Oberbürgermeister Michael Cerny. Er ist der Meinung, dass sich der Verein den Gedenkstein verdient habe. "Die Mitglieder wirken mit ihrer Begeisterung für Kneipp bis in die Stadt hinein." Einen besseren Ort für das Erinnerungs-Monument könnte es deshalb nicht geben. Der Naturheilkundler steht nicht nur für Wassertreten und Wechselbäder, sondern auch für Stille und Bewegung. "Vieles davon passt in unser schwieriges Leben", zeigte sich Roland Brey, Leiter des Gesundheitsamts, überzeugt. Krankheiten vorbeugen statt provozieren, Kräfte sammeln statt verschwenden - wo ginge das besser als beim Kneippen? Brey weiß, dass man Menschen dieses Angebot nicht aufdrängen kann. "Aber man kann es ihnen anbieten. So, wie es der Amberger Verein macht", ergänzte der Gesundheitsexperte. Dass sich inzwischen Krankenhäuser und Ärzte am Gesundheitskonzept Sebastian Kneipps orientieren, spreche für sich.

Stille und Kraft


Der Gedenkstein ist für den Verein mehr als nur eine Erinnerung an den Naturheilkundler. "Es ist für uns ein Meilenstein in unserer Vereinsgeschichte", erklärte Hensel stolz. Der Zeitpunkt dafür ist perfekt, immerhin steht das Jahr 2017 bundesweit unter dem Motto "Stille - Kraft der Quelle". Beim Kurfürstenbad bekommen Kneipper beides. "Und bald ist auch Wasser", informierte Cerny. Nächste Woche sollten sie das Becken wie gewohnt nutzen können.

Die Mitglieder wirken mit ihrer Begeisterung für Kneipp bis in die Stadt hinein.Michael Cerny, Oberbürgermeister
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