Paul Breitner vor 800 Besuchern beim Kundenvortrag der VR-Bank Amberg im ACC
„Ich muss meinen Weg gehen“

Paul Breitner - mit der Übernahme des Postens als Markenbotschafter beim FC Bayern München im Januar 2007 war für ihn "die Zeit des Goschnaufreißens vorbei". Bild: Steinbacher

Natürlich ließ er den FC Bayern München glänzen. Das ist Paul Breitner seinem Arbeitgeber als Handlungsreisender in Sachen Marketing schuldig. Daneben hatte er beim Kundenvortrag der VR-Bank Amberg im ACC auch einige Lebensweisheiten parat.

Das fußballerische Talent sei ihm in die Wiege gelegt worden, bekannte der einstige Starkicker mit einem Schlenker in seine Kinder- und Jugendzeit in Freilassing. Das habe er rasch für sich selbst bemerkt und danach gehandelt: "Ich habe viermal die Woche alleine trainiert." Dabei habe er Erkenntnisse gewonnen, die ihn während seiner gesamten Laufbahn begleitet hätten. Zum Beispiel: "Ich will, ich muss meinen individuellen Weg gehen" oder "Jeder von uns ist ein Einzelkämpfer". Diese These Breitners zog sich durch den Abend wie ein roter Faden.

Insofern komme dem Fußball ein gesellschaftlicher Auftrag zu. Schließlich bilde dieser Sport das Leben in all seinen Facetten ab. Er stehe heute im Mittelpunkt. Wer negative Seiten an sich selbst nicht erkennen wolle, der habe verloren. So sei es ihm einst bei einem Länderspiel in Stuttgart ergangen: "Da habe ich binnen zwei Minuten zwei Elfmeter gegen Brasilien verschossen." Der Schiedsrichter hatte den zunächst gehaltenen Strafstoß wiederholen lassen und Breitner sei das Ganze zu lässig angegangen: "Das war blöd von mir."

Gefordert seien Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein, nie mit seiner eigenen Leistung zufrieden zu sein und positives Denken. Im Sport und im richtigen Leben. Wenn das nicht gegeben ist, setze es Pleiten: "Jahrelang haben wir mit dem FC Bayern in Kaiserslautern verloren. Ich hatte dort immer das Gefühl, wenn wir nicht bis zur 70. Minute 3:0 führen, verlieren wir 3:2." So sei es ständig wieder gekommen, bis er eines Tages - im Wissen darum, dass er die Mannschaft mit seinem negativen Denken mit nach unten ziehe - eine Verletzung vorgetäuscht habe und nicht mit zum Betzenberg gefahren sei: "Und siehe da, wir haben erstmals gewonnen und später noch öfter."

Er habe hier für die Mannschaft gehandelt. Auch wenn er die These von "Elf Freunde müsst ihr sein" ins Reich der Fabeln verwies: "Nirgendwo auf der Welt gab's oder gibt es elf Freunde, die eine Mannschaft bilden." Weil dies so sei, müsse sich in einer Mannschaft oder im Betrieb jeder mit seiner eigenen individuellen Stärke für den gemeinsamen Erfolg einsetzen. Sein Fazit nach knapp 90 Minuten: "Ich hatte stets Ziele. Deshalb stehe ich hier. Und am Ende entscheide immer ich."

Paul Breitner:

"Ich habe meine Karriere 1983 beim FC Bayern beendet, weil ich die Schnauze voll hatte."

"Wir brauchen keinen Scheich, wir brauchen keinen Oligarchen. Wir generieren unser Geld selbst."

"Heute sind 36 Prozent der Stadionbesucher in der Bundesliga Frauen und Mädchen. Tendenz stark steigend. Das wird unsere goldene Zukunft."

"Heute ist der Mittelpunkt von Tupperware-Partys das passive und das aktive Abseits."

"Fußball ist das wirkliche Leben. Er bildet alle Facetten ab."

"Egal, wie groß die Gruppe oder die Mannschaft ist: In der letzten Konsequenz ist jeder von uns ein Einzelkämpfer."

"Persönlichkeit zu sein ist wichtig. Wenn sie fehlt, wird es ein Problem. Das hat Mitte der 70er Jahre begonnen und sich bis heute fortgesetzt."

"Wo sind heute in der Politik die Leute, die wir für würdig und stark genug halten, uns zu repräsentieren?"

"Ich habe schon als Erstklässler gemerkt, dass ich etwas habe, was andere nicht haben."

"Der Sieg über dich selbst ist der Schlüssel, der die Tür zum Erfolg öffnet."

"Wenn einer mich eine nachhaltig transparente Legende nennt - wenn ich diese drei Wörter höre, da krieg' ich einen Vogel."
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