Regensburg macht's vor
Eigene Liga für Behinderte

Wer braucht schon Bastian Schweinsteiger, wenn er seinen Bruder Tobias (links) als Fürsprecher hat? Der ehemalige Spieler des SSV Jahn Regensburg wirbt für die Bananenflanken-Liga, in der Kinder und Jugendliche mit geistigen Behinderungen Fußball spielen. Bild: team-bananenflanke.de
 
Vielleicht entsteht auch hier bei uns ein Spielbetrieb. Wir haben schließlich die Jura-Werkstätten, die Lebenshilfe, die Egenberger- und Willmannschule.Zitat: Bernd Heinisch über die Bananenflanken-Liga für geistig Benachteiligte

Die älteren Fußballfans wissen es. Die Bananenflanke war eine Spezialität von Nationalspieler Manfred Kaltz. Es ist aber auch der Name eines Vereins für geistig benachteiligte Kinder. Bundesweit sollen für sie eigene Ligen aufgebaut werden. Dabei helfen sollen ein prominenter Nachname und ein Amberger.

Früher kickte Bernd Heinisch für den SV Raigering und den FC Amberg. Mittlerweile spielt der 31-Jährige für den FC Schwarzenfeld in der Bezirksliga Nord. Der Amberger, der im Schul- und Sportamt der Stadt beschäftigt ist, hatte im Jahr zuvor auch einen Nebenjob, der noch nachwirkt. Und das soll möglichst lange so bleiben. In der Saison 2014/15 war Heinisch in Regensburg Co-Trainer der U 19 des SSV Jahn, bei dem von 2010 bis 2012 ein gewisser Tobias Schweinsteiger aktiv war - der Bruder von Bastian Schweinsteiger.

Botschafter Schweinsteiger


"Tobi ist Botschafter des Teams Bananenflanken-Liga", erzählt Bernd Heinisch, der sich darunter zunächst nicht sehr viel vorstellen konnte. Er wusste aber aus seiner Regensburger Zeit, dass sich auf den Plätzen geistig gehandicapte Kinder und Jugendliche tummelten, "die jeden Tag ins Training gegangen und auch zu uns in die Kabine gekommen" sind.

Rätsel schnell gelüftet


Das Rätsel war schnell gelüftet. Es handelte sich um Bananenflanken-Spieler, die in Städten wie Regensburg und Bayreuth mittlerweile eigene Ligen haben. "Dortmund ist auch schon mit aufgesprungen", weiß Heinisch, der seinen Freunden in Regensburg versprochen hat, für die Bananenflanker kräftig die Werbetrommel zu rühren: "Mittlerweile ist das echt eine große Geschichte, die bundesweit ausgebaut werden soll."

Ideale Voraussetzungen


Als Amberger und Fußballer liegt für Heinisch ein Wunsch nahe: "Vielleicht entsteht auch hier bei uns ein Spielbetrieb. Wir haben schließlich die Jura-Werkstätten, die Lebenshilfe, die Egenberger- und Willmannschule." Da müsse doch was gehen.

"Für sie das Größte"


Denn unter den Buben und Jugendlichen, die in die genannten Einrichtungen gehen, befänden sich sicherlich auch Fußballer: "Die sehen das im Fernsehen und wollen das selber machen. Das ist für sie das Größte." Wer als geistig Behinderter unter Wettbewerbs-Bedingungen kicken möchte, sei auf die Teams in Regensburg und Irchenrieth bei Weiden angewiesen. Bernd Heinisch möchte nicht, dass das so bleibt: "Jedes Dorf soll wissen, dass es für jedes Kind und jeden Jugendlichen eine Möglichkeit gibt, Fußball zu spielen" - eben in einer Bananenflanken-Liga.

Heinisch macht in der Region den Anfang. Für Samstag, 11. Juni, organisiert der 31-Jährige ein Benefizspiel zugunsten der benachteiligten Kicker. Anpfiff ist um 15 Uhr auf dem Sportplatz in Schwarzenfeld.

Benefizspiel im Juni


Der dortige Bezirksligist tritt mit Heinisch gegen die Bananenflanken-Botschafter an. Ihr Kommen zugesagt haben bisher Tobias Schweinsteiger, Benjamin Lauth (früher 1860 München), Tobias Rau (Bayern München), Ex-Nationalspieler Christian Rahn (1.FC Köln, Regensburg) sowie Michel Dinzey und Michael Hofmann (beide 1860 München).
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