Stadtarchivar jetzt auch Schriftsteller
Wer ist eigentlich dieser Paul?

Fakten, Fiktion und Fantasie in Geschichten aus der Geschichte rund um Amberg. "Das alles hätte so oder auch anders passieren können", sagte Stadtarchivar Jörg Fischer (Mitte) bei der Buchvorstellung von "Das verräterische Herz". Mit dabei Illustrator Marcus Trepesch (links) und Verleger Eckhard Bodner (rechts). Bild: gf

Jörg Fischer ist Stadtarchivar. Und Schriftsteller. Am Donnerstagabend stellte er sein Werk "Das verräterische Herz" vor. Dabei geht es um Paul, den Vils-Geist.

Amberg. (msc) Ja, was macht Paul? Und wer ist das überhaupt? Nun weiß man das. Paul ist ein unsichtbarer Wassergeist, den Stadtarchivar Jörg Fischer erfunden hat und der auf 152 Seiten durch sieben Geschichten aus der Geschichte Ambergs gespenstert. "Das verräterische Herz" heißt das druckfrische Werk mit Illustrationen von Marcus Trepesch, das der Autor und Verleger Eckhard Bodner in den Räumen der AKT-Kulturstiftung unter großem Publikumsinteresse vorstellte.

Bürgermeisterin Brigitte Netta hatte schon mal vorab darin blättern dürfen. Die Geschichten machen "Lust auf mehr", das Buch schreie nach einer Fortsetzung, dann aber mit einer "Paula" an der Seite des einsamen "Paul", meinte sie in ihrer offiziellen Begrüßung augenzwinkernd. Hannelore Zapf, Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes, Stadträtin und auch Stadtführerin, ergänzte diesen Wunsch mit ein paar Gedanken aus der weiblichen Sicht.

Wie es überhaupt zur Geburt des Vils-Geistes kam, davon erzählte Fischer. Geburtshelfer war die Amberger Zeitung. Mitarbeiterin Cindy Michel hatte den versierten Stadtarchivar 2009 gebeten, "einen launigen kleinen Überblick über 975 Jahre Amberg" zu schreiben. Danach wollte Paul eigentlich wieder abtauchen, um vielleicht erst wieder zum 1000-Jährigen zu erscheinen.

Es kam anders. Viele haben den kleinen Kerl liebgewonnen, wie auch Verleger Bodner. "Was macht Paul?", war seine ständige Frage. Jetzt ist er da. In einem kartonierten Buch mit "eckigen und alles andere als perfekt aussehenden Illustrationen", wie Marcus Trepesch seine Schwarz-Weiß-Zeichnungen erläuterte.

Jetzt purzelt Paul durch Ambergs Geschichte, berichtet von historischen Begebenheiten und erzählt von Abenteuern mit einem heimtückischen Statthalter, mörderischen Söldnern und einem reiselustigen Prinzregenten. Was Fischer vorlegt, ist eine Melange aus historischen Fakten und spannender Fiktion. Als Kostprobe las er die Geschichte "Der verhinderte Musikus" vor. Sie handelt vom Büchsenmacher Martin März. Einmal stellt er den berühmten Amberger, dessen Konterfei an der Außenwand der Martinskirche zu finden ist, in der sachlich-archivarischen Form des Aneinanderreihens historischer Fakten vor. Dann im neuen Ansatz, einer spannenden Version, historisch fundiert, aber ergänzt nach dem Motto: "Es hätte so passieren können, ist aber so nicht passiert!". Mit dem vorliegenden Buch wolle er Menschen auf Amberg und seine Geschichte neugierig machen, die sonst vielleicht nicht so großes Interesse daran hätten.

Ab sofort liegt der geschmackvoll illustrierte Erzählband von Jörg Fischer: "Das verräterische Herz und andere Erzählungen von der Vils" aus dem Eckhard Bodner Verlag zum Preis von 12,90 Euro in allen Buchhandlungen zum Verkauf auf.
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