Stadtwache weiht Schmalzstadel als Remise ein
Neue Heimat in altem Gemäuer

Walter Hellmich als Hauptmann der Stadtwache stand auf einem historischen Schlitten ("Wir hoffen auf einen schneereichen Winter und sind in der Lage, mit unseren Feinden Schlitten zu fahren"), als er die Gäste zur Einweihung willkommen hieß. Im Schmalzstadel hat der Verein eine Remise für einige seiner Exponate, nämlich Wagen und Kanonen eingerichtet. Bild: Hartl

Einst lagerte hier das Schmalz, später noch Getreide als weiterer Zehent. Der Stadel beherbergte auch den kurfürstlichen Wagenpark. Jetzt hat die Stadtwache eine neue Heimat im Schmalzstadel gefunden - sie nutzt ihn als Remise.

Abgewartet wurde der Glockenschlag von St. Georg, dann öffneten sich die schweren Tore und durften "Gäste, Volk, Gesinde und Pöbel" eintreten - direkt in eine andere Zeit, in eine längst vergangene. Die Stadtwache feierte Einweihung ihrer im alten Schmalzstadel befindlichen Remise. Im alten Gemäuer haben Wagen und Kanonen eine neue Heimat gefunden. Hauptmann Walter Hellmich blickte zurück auf die Geschichte des Gebäudes. Dort wurden einst Schmalz, Butter, Eier als sogenannter Zehent für den Kurfürsten eingelagert. Der Stadel dürfte um 1526 erbaut worden sein, anfangs bestand er nur aus dem 500 Quadratmeter großen Gewölbekeller und dem Erdgeschoss, die Überbauten kamen später hinzu.

680 Arbeitsstunden


Das Gebäude diente, so Hellmich, auch als Remise für den kurfürstlichen Wagenpark. "Und daran wollen wir wieder anknüpfen", sagte der Hauptmann der Stadtwache. Platz bietet der Schmalzstadel für einige Exponate des Vereins, nämlich Wagen und Kanonen. Um ihre Remise zu realisieren, hat die Stadtwache laut Hellmich zwischen Dezember und Oktober 680 Arbeitsstunden geleistet. "Wir haben den Staub der Jahrhunderte entfernt, fünf Tore repariert, drei neue gefertigt und elektrische Leitungen verlegt."

"Wir haben das imposante Gebäude praktisch wiederbelebt", freute sich Hellmich am Freitagabend. Oberbürgermeister Michael Cerny, der in einer schicken Obristen-Uniform gekommen war, machte der Stadtwache ein großes Kompliment. "Ihr zeigt uns, welches Potenzial in dem Gebäude steckt und ihr haltet die Geschichte unserer Stadt lebendig." Er als Obrist sei genauso stolz wie der Hauptmann der Stadtwache.

Schmalzbrot und Schinken


Dann gab Cerny den Befehl aus: "Anschauen, Essen und Trinken: Die Reihenfolge bleibt Ihnen überlassen." Zuvor hatte Hellmich die Leute auf den kleinen Imbiss, vorbereitet von den Frauen der Stadtwache, hingewiesen. "Die Damen haben für die leiblichen Genüsse gesorgt", sagte er und definierte die leiblichen Genüsse so: "Damit ist Essen und Trinken gemeint, andere Übergriffe werden wir streng ahnden."

Doch alle Besucher blieben brav, langten nur bei Schmalz- und Schnittlauchbrot, Schinken, Zwiebelkuchen und Mohnstriezel kräftig zu.

Ihr zeigt uns, welches Potenzial in diesem Gebäude steckt. Ihr haltet die Geschichte unserer Stadt lebendigOB Michael Cerny
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