Wieder Schafkopfkurs der Volkshochschule
Sollte jeder Bayer können

Die Halbe und die Zehnerln gehören dazu - und schon kann's losgehen mit einem zünftigen Schafkopf. Vorausgesetzt, man beherrscht den bayerischen Nationalsport. Oder man lernt ihn - im Stadtmuseum. Bild: Hartl

Man muss ihn ein bisschen bremsen, damit er bei der Vorstellung des Termins vor lauter Begeisterung nicht gleich mit dem Unterrichten anfängt: Es gibt wieder einen Schafkopf-Kurs mit Norbert Fischer: ab Mittwoch, 28. September, im Stadtmuseum an insgesamt drei Abenden.

Volkshochschul-Leiter Thomas Boss, unter dessen Regie die Aktion läuft, weiß aus Erfahrung vorangegangener Seminare: "Wer bei ihm im Kurs war, der kann schafkopfen." Fischer war sofort dabei, als Stadtmuseumsleiter Judith von Rauchbauer ihn um einen solchen Kurs gebeten hat - als Begleitprogramm zur laufenden Sonderausstellung rund ums Amberger Bier. Denn dazu passt das Spiel mit Wenz und Altem perfekt. "Wirtshaus, Tradition, Geselligkeit - das verkörpert Schafkopf alles", sagt Norbert Fischer.

Damals im Wirtshaus


Wenn er daran denkt, wie er den bayerischen Nationalsport gelernt hat, bekommt er heute noch leuchtende Augen. Das war damals, als er mit seinem Vater ins Gasthaus Zum Lagerhaus mitgehen durfte, wo noch "um Blechala" (Blechscheiben im Wert von zwei Pfennig) gespielt wurde. Da durfte der kleine Norbert aufheben. Und dann auch mal als Brunzkarter einspringen, wenn einer der Stammtischbrüder austreten musste. So begann eine Leidenschaft fürs Karteln allgemein und fürs Schafkopfen im Besonderen, die Fischer nie mehr losgelassen hat.

Der ehemalige Kulturreferent spielt immer noch in drei Schafkopf-Runden mit - und ist begeistert dabei, wenn er andere in die Geheimnisse des bayerischen Spiels schlechthin einweihen kann. Museumsleiterin Judith von Rauchbauer drückt sich allerdings noch ein bisschen um die Zusage zur Teilnahme. Sie hat früher, zu Studienzeiten, und auch danach immer wieder fasziniert zugeschaut, wenn sich spontane Schafkopfrunden bildeten und loslegten. "Aber ich kann's nicht", gesteht sie lachend. Neuerdings erlebt das Karteln wie so vieles, was mit Tradition zu tun hat, eine Renaissance: Diesen Eindruck hat Fischer, der neulich in einem Wirtshaus sogar einen Tisch gesehen hat, "an dem Dreck gespielt wurde". Auch ein nettes, altes Kartenspiel. Aber mit der Königsklasse, dem Schafkopfen, kann es nicht mithalten. Das kann jeder lernen. An drei Abenden im Stadtmuseum.

Karteln ist wieder in


Und dann? "Weiterspielen", sagt Fischer: "Spielen, spielen, spielen." Dieses Training ist auch schon gebongt. Aus zurückliegenden Schafkopfkursen hat sich eine lockere Runde gebildet, die sich an jedem vierten Montag im Monat ab 19 Uhr beim Kummert-Bräu in der Raigeringer Straße trifft, um am Ball zu bleiben. "Die spielen mittlerweile einen guten bis sehr guten Schafkopf", lobt der Kursleiter. Und das, fügt er hinzu, "sollte in Bayern jeder können".

Schafkopf-Kurs im StadtmuseumDer Schafkopf-Kurs im Stadtmuseum beginnt am Mittwoch, 28. September, um 19 Uhr. Ein Termin, der nicht ganz ohne ist - denn an diesem Abend spielt der FC Bayern in der Champions-League gegen Atletico Madrid. Das weiß Kursleiter Norbert Fischer - und verspricht deshalb vorsorglich gleich: "Wir hören so rechtzeitig auf, dass alle rechtzeitig zum Fußball daheim sind." Die dabei verlorene Zeit wird an den beiden folgenden Mittwoch-Abenden nachgeholt. Die Kurs-Teilnahme kostet 32 Euro, Anmeldungen nimmt die Volkshochschule (10-238, 10-868, 10-340, vhs@amberg.de) entgegen. (eik)
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