10 Jahre Partnerschaft mit Desenzano
Lieder vom Leben, der Lust und der Liebe

Es fühlte sich an, wie ein Ausflug an den Gardasee. Zum zehnten Jahrestag der Städtepartnerschaft mit Desenzano del Garda gab das Vincenzo-Castrini-Quintett ein umjubeltes Konzert im Rathaus. Bild: Steinbacher

Vincenzo "Titti" Castrini und seine Musikerkollegen klettern strahlend aufs Podium im ausverkauften Rathaussaal. Es gibt etwas zu feiern, die zehnjährige Partnerschaft mit der italienischen Stadt Desenzano del Garda.

Von Marielouise Scharf

Amberg. Deshalb lautet das Motto im Rathaus auch folgerichtig: Una Serata Italiana - ein italienischer Abend. Die fünf Herren aus Italien tragen den Schlips locker gebunden. Festlich haben sie sich in Schwarz-Weiß herausgeputzt, was nicht unbedingt etwas mit den Farben von Juventus Turin zu tun hat. "Bravo, Bayern München", kommentieren sie als kurze Fußnote zwischen all den Canzones das aus italienischer Sicht schlimme Champions-League-Aus.

Zu den italienischen Kulturgütern, die uns Nordlichtern liebgeworden sind, gehören ja unbedingt die Balladen und Lieder. Neben sattsam bekannten Schmachtschlagern gibt es in der Welt der italienischen Songs viele Perlen zu entdecken. Lieder von Lucio Dalla, Paolo Conte, Sergio Endrigo, Gorni Kramer oder Fabrizio de André. Von Letzterem stammt die Ballade von Bocca di rosa (Rosenmund), einer leidenschaftlichen Frau, die Liebe und damit auch viel Unruhe in ein Dorf brachte. Mit Rhythmus, Schmelz und viel Amore interpretieren Francesco Palmas (Gesang/Gitarre), Paolo Degiuli (Kornett, Perkussion), Mauro Sereno (Kontrabass), Paolo Mappa (Schlagzeug) und Vincenzo Castrini (Akkordeon/Gesang). Sie legen Gefühl in jedes Wort, spielen ihr Instrument mit feinem Gespür. Jeder Musiker für sich präsentiert sich als ein Könner. Das Zusammenspiel ist perfekt, der Sound individuell. Aus dem Perkussions-Überraschungskoffer werden vom Quietschgummi bis zur Muschelrassel alle möglichen Lärmerzeuger gezaubert. Egal, ob lebensfrohe, neapolitanische Tarantella, südamerikanischer Rhythmus, Tango, New-Orleans-Swing, Ballade oder Bar-Jazz, egal, ob Fremd- oder Eigenkomposition, die Musiker lesen den besonderen Charakter heraus. Fein überlegte Soli, Gruppenharmonie, Dynamik und perfekt abgestimmter Gesang verzaubern. Apropos Gesang: Beim Zugabe-Volare-Medley fiel das bestens aufgelegte Publikum lautstark mit ein: "Nel blu dipinto di blu." Domenico Modugno gewann 1958 mit diesem Lied beim San-Remo-Festival. In Amberg hatte das Vincenzo-Castrini-Quintett längst die Herzen der Besucher gewonnen.
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