35. Amberger Adventssingen im Stadttheater
Friede kommt nicht von allein

 
Gewohnt gut, gewohnt souverän, gewohnt unterhaltsam:

Zeit wird's, dass es nach der staaden Zeit wieder ruhiger wird! Bürgermeister Martin Preuß stellte diesen tiefsinnigen Ausspruch von Karl Valentin an den Anfang. Das 35. Amberger Adventssingen setze einen "angenehmen Kontrast" zur rastlosen Vorweihnachtszeit.

Amberg. (msc) Die Amberger mögen diese Traditionsveranstaltung in der Vorweihnachtszeit. Parkett und Ränge des Stadttheaters waren bei zwei Aufführungen (Sonntagnachmittag und -abend) sehr gut gefüllt. Auch in diesem Jahr haben es die Organisatoren - das Kulturreferat und die Oberpfälzer Volksmusikfreunde nach der Konzeption von Kreisheimatpflegerin Martha Pruy - verstanden, wieder ein stimmungsvolles vorweihnachtliches Programm mit Sängern, Musikern, Spielgruppe und Sprecher zusammenzustellen. Unter dem Motto: "Af Weihnachtn zou!" wechselten leise Weisen, mundartliche Lieder mit besinnlich-heiteren Texten und Krippenspiel mit aktuellem Bezug.

Muntere Hirtenkinder


Zwischen zwei mit Strohsternen festlich geschmückten Weihnachtsbäumen und vor der Schneekulisse mit Kirche, Dorf, Wald und Sternen (gebaut von Schülern der Dreifaltigkeits-Mittelschule) fanden die einzelnen Gruppen gerade so Platz: Neualbenreuther Zwio, Lintacher Sänger, Woideck Musi, Weisenbläser D'Blechhaufn, Orchester und Klarinettenensemble des Max-Reger-Gymnasiums und der gemischte Chor Hahnbach. Für Sprecher Reinhold Escherl standen Tisch und Kerze bereit und für die muntere Schar der Hirtenkinder der Freudenberger Bauernbühne war ein Mittelgang freigelassen worden. Die Mädchen und Buben drängten sich zur Programmhalbzeit herein als große und kleine Engel mit Goldlocken und Glitzerband im Haar, als Maria und Josef mit dem Kind, dann als Hirten, und schließlich als zwei hungrige und frierende Flüchtlingskinder, die ohne ihre Eltern unterwegs waren.

Was vor 2000 Jahren im Stall von Bethlehem seinen Anfang nahm, das Weihnachtsfest, das Fest der Liebe, das sollte das ganze Jahr sein. So lautet die frohe Botschaft, die damals wie heute aktuell ist und Gültigkeit haben sollte. Mit ihrem herzerfrischenden Spiel zwischen Ernst und Heiterkeit gewann die Gruppe ganz schnell die Herzen der Zuschauer. "Die Musi klopft bei jedem an", ob gesungen "wias der alte Brauch" oder auf dem Instrument gespielt mit Zither, Hackbrett, Bassgeige, Gitarre, Flöte und Klarinetten, mit Tuba, Posaune, Horn, Querflöte, Trompeten, Maultrommel und mehr.

Blechbläser leidenschaftlich


Die Volksmusiker steckten vorwiegend in Trachtenanzug und schmuckem Dirndl und der gemischte Chor Hahnbach unter der Leitung von Andreas Hubmann im festlichen Anthrazit mit passendem roten Schal oder Krawatte. Mit "Sing ma im Advent" eröffnen die engagierten und disziplinierten Sänger das Programm, das D'Blechhaufn, die zum dritten Mal zu Gast waren, festlich und voluminös mit der Ouvertüre von Händel angeblasen hatten. Inzwischen war die Gruppe auf sechs leidenschaftliche Blechbläser angewachsen: Sophia Hofmann (Trompete), Jürgen Enderer (Trompete), Matthias Fenk (Horn), Andrea Hofmann (Horn), Christian Daubenmerkl (Posaune) und Michael Meindl (Tuba). Fein nuancierte, traditionelle Stubenmusik steuerte die Woideck Musi bei. Die Brüder Mathias und Markus Gröller aus Arnbruck sowie Hedwig und Florian Beer (Rötz) spielten perfekt aufeinander abgestimmt. Die jugendliche Frische steuerten die Streicher- und Bläsergruppe aus dem Orchester des Max-Reger-Gymnasiums unter der Leitung von Maria Anna Feldmeier-Zeidler bei. Besonders das Klarinettenensemble setzte Zeichen und kommunizierte bestens abgestimmt mit den motivierten Geigenmädchen beim Weyarner Menuett.

Dem traditionellen Mundartgesang hat sich das Neualbenreuther Zwio verschrieben. Das Duo mit Monika Kunz (Schulleiterin aus Konnersreuth und Volksmusikbeauftragte des Landkreises Tirschenreuth) und Franz Danhauser (pensionierter Förster aus Waldsassen) harmonierte stimmlich perfekt. Die beiden waren eine echte Bereicherung des Abends. Unaufdringlich und innig interpretierten sie Volkslieder und stimmten ein in das "Gloria ham d'Engel gsunga". Die Lintacher Sänger, geleitet und auf der Harmonika begleitet von Otto Maier, beschrieben eindringlich, wie die Erde noch in "Nacht und Dunkel" liegt. "Den Frieden kann nicht der Postbote im Packerl bringen. Wir müssen Frieden machen, und das Jesuskind hat uns eigentlich die Regeln dafür gebracht." Reinhold Escherl setzte in seiner unnachahmlichen Art Akzente. Er wählte unterschiedliche Texte und brachte den Stern über dem Stall zum Leuchten. Begeisterter Schlussapplaus war der Lohn für alle Mitwirkenden.
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