7. französische Filmnacht in Amberg
Schwermut auf französisch

Stellen die 7. französische Filmnacht auf die Beine (von links): Eugen Burger, Andreas Wörz, Anne-Marie Brey und Thomas Binder. Bild: Steinbacher
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
17.12.2015
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Schwermut auf französisch bekommt immer etwas skurrile Züge und mutiert damit unweigerlich zum Humorvollen. La Nuit du Cinéma im Ring-Theater lässt sich diese Chance nicht entgehen.

Es wird die 7. französische Filmnacht in Amberg sein, wenn am Freitag, 22. Januar, der Freundeskreis Périgueux und der Kulturverein zu Cidre, Rotwein, herzhaften kulinarischen Kleinigkeiten und zwei Filmen einladen. Das nötige räumliche Ambiente und technische Equipment stellt Andreas Wörz zur Verfügung, der das inzwischen geschlossene Traditionskino am Spitalgraben zu einem Kulturzentrum entwickeln möchte.

Das Gemeinschaftsprojekt der beiden frankophilen Amberger Vereine könnte kaum besser passen. Gemeinsam stellten sie am Donnerstag vor, was die Besucher am Abend des 22. Januar dort erwartet. "Das gewohnte Konzept", sagt das Organisatoren-Quartett nicht ohne Stolz. Der Ort, das gastronomische Angebot und gesellige Umfeld bleiben also gleich. Der Begrüßungs-Cidre kann allerdings schon ab 18.30 Uhr genommen werden, eine halbe Stunde früher als bisher.

Vor dem Bundesstart


Thomas Binder (Kulturverein), Anne-Marie Brey, Eugen Burger (beide Freundeskreis) und Wörz tischen an diesem Abend nicht nur typische Kulinaria auf, auch cineastisch wird Frankreichliebhabern entsprechende Leinwandkost geboten. Auch hier bleibt das Rezept gleich: Ein Film im Original mit deutschen Untertiteln, der zweite synchronisiert. Den ersten Titel, Comme un avion, präsentiert die Runde mit einer gewissen Ehrfurcht. Er wird noch vor der Deutschlandpremiere im Mai 2016 gezeigt. Es gibt aber schon einen deutschen Titel: Nur Fliegen ist schöner.

Wirklichkeit ist gnadenlos


Der Streifen firmiert als Komödie und handelt von der Sinnkrise eines Grafikdesigners in den Fünfzigern. Das Arbeits- und Alltagsleben ist zur Routine abgestumpft, eher durch Zufall verguckt sich Michel in ein Kajak und klickt sich einen Bausatz in den Warenkorb eines Intershops. Das kleine Boot nimmt Formen an und beflügelt die dem schnöden Hier und Jetzt entfliehende Fantasie des Mannes. Als ihm seine Frau dahinterkommt, setzt sie kurzerhand Michel samt Kajak und Überlebensausrüstung an einem Fluss aus. Fantasie und Realität finden so in einer ganz anderen Wirklichkeit zwangsweise wieder zusammen. "Heute bin ich Samba" (franz.: "Samba") greift ein gesellschaftspolitisches Problem auf: in der Illegalität lebende Zuwanderer. Hier ist es der Senegalese Samba, der sich seit zehn Jahren als Tellerwäscher in Paris durchs Leben schlägt. Als ihm sein Chef anbietet, sich zum Koch ausbilden zu lassen, nimmt er das gerne an. Der nötige Behördenkram führt für Samba nahezu unweigerlich in Abschiebehaft. Dort kümmert sich Alice um ihn, die nach einem Burnout ihren Spitzenjob mit dem Engagement in einer Flüchtlingshilfe getauscht hat. Was den Kinogänger hier erwartet, dafür bürgen die Namen des Regie-Duos Eric Toledano und Olivier Nakache und des Hauptdarstellers Omar Sy, das Erfolgstrio von "Ziemlich beste Freunde". Hinzu kommt noch Charlotte Gainsbourg als Alice. Nicht zu vergessen natürlich die Häppchen, Cidre und Rotwein an diesem Abend.

VorverkaufDer Vorverkauf (20 Euro inklusive Cidre und Büfett) für die 7. französische Filmnacht am Freitag, 22 Januar, läuft an allen Samstagen bis dahin (nicht am Weihnachts- sowie Neujahrswochenende) von 8 bis 12 Uhr im Ring-Theater sowie an den Dienstagen bei Kino & Vino im Café Zentral. Reservierungen sind zum Abendkassen-Preis von 22 Euro unter www.amberger-kinos.de möglich, die Karten müssen eine halbe Stunde vor Beginn an der Kasse abgeholt werden. (zm)
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