90 Jahre Bühnenjubiläum
Lengfelder und Escherl schießen Vögel ab

Reinhold Escherl in seiner Paraderolle als Boandlkramer.
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
04.10.2016
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Zitate"Warum ich des hier mach? Ich hab es satt mit dem Escherl verwechselt zu werden."

Beim Gang ins Publikum: "Eine Frage an sie als Urologe: Reparieren sie eigentlich auch Standuhren?"

"Ich mach jetzt Schluss mit rappen! Macht' s doch einen anderen zum Deppen!"

Richard Lengfelder

"D' Aug'n treibt's ihr assa, wenns auf d'Mahlzeit zuageht."

Escherl als Huberbauer im Stück die "Zuchtkuh" spricht von seinem Milchvieh, der andere denkt, er meint seine Tochter.

Was für München Schwabing als Künstlerviertel ist, könnte man in Amberg beinahe mit Raigering vergleichen. Zumindest was das kreative Angebot am Samstagabend im Amberger Kongresszentrum betraf. Denn die Hauptakteure Richard Lengfelder und Reinhold Escherl mit ihrem saukomischen Programm "Bühnenschmankerl" unterhielten gemeinsam für über drei Stunden den voll besetzten Saal - in Zusammenspiel mit Musikern und Schauspielern des Ortsteils.

Der harte Kern


Gut, eigentlich müsste man Freudenberg auch noch mit eingemeinden, denn es war dem Namen nach die Bauernbühne dabei, aber Insider wissen, dass der Kern insgeheim von "Rachering" stammt. Dialektfest musste das Publikum schon sein, denn sonst hätte es sicher keine Freude gehabt an den Liedern, Einaktern, Kabarettstückchen und schließlich Laudationen auf die beiden Hauptpersonen.

Zusammen brachten die beiden neunzig Jahre Bühnenerfahrung mit und das konnte man fast gar nicht glauben. Da sprang der Richard in Jeans und T-Shirt auf der Bühne herum und schoss einen nach dem anderen Vogel ab. Als absolute Krönung rappte er mit Wollmütze und Sonnenbrille. Und der "Esch" in seiner Paraderolle als Boandlkramer aus dem Stück Brandner Kaspar war dank Maske von einem Rotzbuben nicht mehr zu unterscheiden.

Reinerlös für die Tafel


Alle Mitwirkenden standen für die gute Sache - der Reinerlös der Eintrittskarten geht an die Amberger Tafel - und für einen Heidenspaß auf der Bühne. Zwei von den Jungs der D'Spalter hatten sich sogar extra von einer Hochzeit für ihren Auftritt abgeseilt und brachten mit ihren schmissigen Repertoire das tafelnde Publikum, das ungewohnt an Tischen im Saal saß, in Laune.

Für die tapferen Besucher am Balkon ohne mögliche Verpflegung, gab es dann schließlich nach zwei Stunden auch eine kurze Trink- und Verschnaufpause. Eine "Aktive" wie Lengfelder sie nannte. Escherl und er hatten sich mit diesem Abend im ausverkauften Haus einen gemeinsamen Traum erfüllt. Das Alter war dabei in vielen Beiträgen ein Thema, aber in Natura eigentlich gar nicht. Und daher kann man sich eigentlich nur wünschen, dass sie weiterhin so jung und erfahren bleiben und nicht bis zum nächsten Jubiläum auf so ein grandioses Spektakel warten lassen.
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