"99 Doktorregeln" des gebürtigen Ambergers Chris Kristuf
"Tumor mit Humor"

Der Amberger Autor Chris Kristuf schreibt über seine Erfahrungen mit Ärzten während seiner Krebserkrankung. Bild: Stinn
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
21.04.2016
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In seinem Buch "99 Doktorregeln" nimmt der in Amberg geborene und in Wien lebende Deutsch-Österreicher Chris Kristuf mit Zeichnungen und dazu passenden Zweizeilern die Spezies "Arzt" aufs Korn.

Amberg/Wien. Aufgrund seiner Krebserkrankung hat der 52-Jährige seit vier Jahren Gelegenheit, diese zu beobachten und die Auswirkungen ihres Schaffens am eigenen Leibe zu spüren. In einer sich immer weiter drehenden Mühle aus Diagnosen, Behandlungen und operativen Eingriffen verlor er seinen Humor nicht.

Feder als Symbol


Die Feder als Metapher für die Leichtigkeit ist ein Symbol für Chris Kristuf. Dazu passen seine Leidenschaften Musik und Tanz. Und auch, dass er gern auf einem Seil hoch über dem Boden (Slacklines) balanciert und dies beruflich auch anderen weitervermittelt. Wichtig ist ihm, sich in seinem Leben nicht von Routine ergreifen zu lassen. Wenn sich die Dinge beginnen zu wiederholen und absehbar zu werden, möchte er lieber wieder etwas Neues anfangen. Die Krankheit zwingt ihm nun aber gewisse Routinehandlungen auf.

Gut, dass er trotzdem seinen Humor nicht verliert und durch sein Buch eine breite Leserschaft daran teilhaben lässt. Das erläutert er selbst so: "Warum greife ich in meinem Buch zum Humor als Ausdrucksmittel? In erster Linie sicher weil er meinem Wesen als humorvoller Mensch entspricht. Zum anderen weil ich unter dem schützenden Mantel des Humors, einem Hofnarren gleich, Kritik an den Göttern in Weiß üben kann, ohne dass sie es mir übelnehmen dürfen." Und sie nehmen es nicht übel: Ganz im Gegenteil: Das Buch des Ambergers macht die Runde auch in ärztlichen Kreisen.

Die Österreichische Gesellschaft für Psycho-Onkologie hat ihn eingeladen, in Bad Ischl auf ihrem Kongress einen Vortrag zu halten. Sein Thema: "Tumor mit Humor". Die Mediziner bestätigen ihm, dass sein Buch "99 Doktorregeln", zu dem übrigens der Schweizer Kabarettist Emil Steinberger die Einleitung schrieb, gut geeignet ist, um kranken Menschen schnell eine Humor-Spritze zu verpassen. Man muss nicht lange lesen, um zu lachen. Aus zwei Gründen ist es nicht zuletzt für Menschen zu empfehlen, die selbst im Krankenhaus liegen: Zum Einen stehen diese gerade in besonders enger "Tuchfühlung" zu den Medizinern und den Ergebnissen ihres Tuns - zum Anderen brauchen sie zumeist keine umständlichen Bücher, die lange Denkprozesse erfordern.

Lachen ist beste Medizin


Dieses handliche Buch kann man zur Seite legen, wenn man müde wird und hat den "Faden" nicht verloren, wenn man weiterlesen will. Wer behauptet, Lachen sei die beste Medizin, der hat es womöglich schon gelesen. Er stimmt dann auch Thomas Leuenberger zu, der als "Clown Baldrian" unter anderem im Zirkus Roncalli auftritt und im Nachwort schreibt: "Humor heilt vielleicht nicht die Krankheit, doch er lindert den Schmerz und erheitert das Herz. Zudem ist er nicht rezeptpflichtig und die Nebenwirkungen sind sehr angenehm."

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"99 Doktorregeln" von Chris Kristuf (112 Seiten, 99 Illustrationen), mit einem Vorwort des Schweizer Komikers Emil Steinberger und einem Nachwort von Thomas Leuenberger. Das Buch ist für 14.90 Euro unter der ISBN-Nummer 978-3-200-04207-0 im Handel erhältlich, kann aber auch über krikri@edition-krikri.com bestellt werden.
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