„A Tribute to Chris Beier“
Jazz einmal ganz anders

Die Musiker von "Metropolmusik" vermitteln beim Studiokonzert "A Tribute to Chris Beier" einen eigenen Zauber. Sie beherrschen Stimme und Instrumente perfekt, setzen sie gezielt in Szene, ohne Profilsucht, aber mit sehr viel Professionalität. Bild: Steinbacher

Von Marielouise Scharf

Amberg. Besonderer Ort (Bühnenraum des Stadttheaters), besondere Zeit (Beginn 20.30 Uhr) - die Studiokonzerte sind immer etwas Außergewöhnliches. Manchmal kommen sie extrem, experimentell und herausfordernd daher. Am Donnerstagabend überraschten die Metropolmusiker Agnes Lepp (Gesang), Rebecca Trescher (Bassklarinette), Volker Heuken (Vibraphon), Peter Fulda (Klavier), Peter Christof (Kontrabass)und Tilman Herpichböhm (Schlagzeug) mit sphärisch-lyrischen Klängen. Jazz einmal ganz anders!

Virtuoses Klavierspiel


"A Tribute to Chris Beier" - der Titel verrät es schon: Im Mittelpunkt steht der Nürnberger Pianist und Komponist Chris Beier, der, laut Kulturfachkraft Marina Auer, einige Zeit in Amberg zur Schule ging. Mit seinem eigenwilligen, virtuosen Klavierspiel hat er die Jazzszene in Deutschland nachhaltig geprägt. Vom Konzertbetrieb musste er sich zurückziehen. Jetzt widmet sich "Metropolmusik", ein Zusammenschluss von Musikern rund um Nürnberg, die über alle Stilgrenzen hinweg ausschließlich Original-Kompositionen ihrer Mitglieder aufführt, seinem Werk und bringt Titel seiner letzten Solo-CD "Aeolian Green" in Arrangements von Peter Fulda zur Aufführung.

Schon nach den ersten Klängen der Titelnummer möchte man die Augen schließen und nur lauschen, den Schwingungen nachhören, den Melodienbögen folgen. Hauchzart der Beginn, ein Anschwellen, ein Zerfließen - die Musiker vermitteln einen eigenen Zauber. Sie beherrschen Stimme und Instrumente perfekt, setzen sie gezielt in Szene, ohne Profilsucht, aber mit sehr viel Professionalität. "White Moon", "Musica ficta", "Song for Hans-Werner", "Silent Island" lauten einige Titel dieser ungewöhnlichen Kompositionen. Sie transportieren Stimmungen, implizieren Weltmusik, skizzieren Klangschönheit.

Die Instrumente, der Gesang, alles ist bestens abgestimmt. Töne verflechten sich, fließen zusammen, steigen hoch, quellen auf zu mächtigen Tonwolken, um dann wieder wie Seifenblasen zu zerplatzen. Zartes Vibrieren, Auseinanderdriften, Zusammenfinden und leise, ganz leise verhallt der äolische Zauber. Eigentlich möchte man die überirdisch schöne Stimmung nicht mit lautem Applaus durchbrechen - aber der ist durchaus berechtigt für diese so einfühlsam interpretierten Stücke, dieser einzigartigen Musik, die ruhig, aber energetisch fließt und dabei stets neue Farben und Harmonien erfindet.
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