Alex Capus liest in der Buchhandlung Rupprecht
Das Leben ist gut

Amüsante, nachdenklich stimmende, manchmal auch absurde Alltagsminiaturen reiht Capus aneinander und trägt sie mit herrlichem schweizerischem Akzent vor. Das Publikum ist begeistert dabei. Bild: Hartl

In einer kleinen Stadt in der Schweiz wuchtet Max, die Hauptperson im neuen Roman von Alex Capus (gesprochen: Kapo) jeden Montagabend das Rollgitter hoch, um seine Bar zu öffnen. Vorher bringt er das Altglas weg, schaltet seine Kaffee- und Eismaschinen an und kümmert sich um dies und das. Seit fünfundzwanzig Jahren ist er mit Tina verheiratet. Max liebt seine Frau, seine drei Buben, seine Freunde, seine Stadt und sein Leben, so wie es ist! Das wird ihm einmal mehr bewusst, als Tina zum ersten Mal in ihrer gemeinsamen Ehe beruflich ohne ihn unterwegs ist.

Der Titel "Das Leben ist gut" klingt ziemlich unaufgeregt, spricht aber doch an und macht neugierig, meint Buchhändlerin Maria Rupprecht in ihrer Begrüßung. Auf erhöhtem Podest hat der hochgewachsene Autor Capus Platz genommen. Die Stuhlreihen sind voll belegt. 90 Minuten lang erzählt, plaudert und liest er. Mit wundervoll dunkler, weicher Stimme und einem herrlichen schweizerischen Tonfall durchleuchtet er seine persönliche Situation und die des Romanhelden. Irgendwie ähneln sich die beiden und doch sei alles "rein fiktional und frei erfunden" schmunzelt Capus.

Trotzdem, räumt er dann doch ein: "Aus der reinen Luft schreibt keiner was." Schon ist er im Hier und Jetzt, freut sich, dass er zum ersten Mal in Amberg ist und auch dem Luftmuseum einen Besuch abgestattet hat. Autor wie Alter Ego, pendeln von der "Unterführungsstraße", wo die Bar liegt, die "so etwas wie ein Jugendzentrum für 50-Jährige" sei, zur TGV-Hochgeschwindigkeits-Bahntrasse, die Richtung Paris braust und wo sich Ehefrau Tina einen Fensterplatz einrichtet. In ruhiger Sprache lässt Capus seinen Ich-Erzähler berichten, wie es sich anfühlt mit sich und seinem Leben im Reinen zu sein.

Wer das große Leseabenteuer sucht, wird leer ausgehen. Aber all jene, die Antennen haben für die kleinen Freuden, für amüsante Gedankenspiele und stimmige Charaktere, für nachdenkliche Alltagsgeschichten und filigrane Gefühle, diese Leser finden großes Vergnügen in dem Roman "Das Leben ist gut".
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