Allegria-Oktett gastiert zum Kammerkonzert in St. Georg
Romantische Klangsprache in aller Freiheit

Es sind zwei der schönsten Kammermusikwerke, die in der Hochromantik komponiert wurden: Zumindest fürs Doppelquartett mit vier Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli trifft das zu. In dieser Besetzung lieferte das Allegria-Oktett im Kongregationssaal ein Musikfest auf hohem Niveau.

Das von Niels Wilhelm Gade im Jahr 1848 komponierte Oktett in F-Dur, op. 17, das zu dessen meist inspirierenden und fesselnden Werken zählt, bestimmte den ersten Teil des Konzerts, das Oktett in Es-Dur, op. 20, von Felix Mendelssohn-Bartholdy den zweiten. Auch wenn die beiden Werke kompositorisch eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen, so sprechen sie doch ihre eigene Klangfarbe, hob Christopher Kott als Primarius des Ensembles hervor, der für seine musikalischen Leistungen bereits in der Vergangenheit den Kulturförderpreis der Stadt Amberg verliehen bekam.

Mendelssohn als Mentor


Er betonte: "Die Gegenüberstellung dieser beiden hochromantischen Werke erschien uns sehr interessant, da Niels Wilhelm Gades Oktett deutlich von Felix Mendelssohns Komposition beeinflusst wurde." Kott informierte weiter, dass Mendelssohn Gade als Kapellmeister ans Leipziger Gewandhaus und als Lehrer ans dortige Konservatorium geholt hatte, wo dessen erste Symphonie aufgeführt wurde, was dem dänischen Komponisten auch in Deutschland Berühmtheit verschafft habe.

"Mendelssohn kann als eine Art musikalischer Mentor für den Komponisten Gade betrachtet werden", schilderte Kott. Der Reiz, der von diesen beiden Werken für die Musiker ausgeht, besteht laut Primarius im kammermusikalischen Spiel mit orchestralem Klang.

"Der Anspruch besteht darin, die Komposition trotz ihrer ganzen Fülle transparent durchhörbar zu machen und die einzelnen rhythmischen Schichten exakt übereinander zu legen, wobei die romantische Klangsprache mit all ihren Freiheiten berücksichtigt werden muss", verdeutlichte der Kopf des Ensembles den Hintergrund.

Hohe Anforderungen


Kott verstand es dann hervorragend, den hohen Anforderungen mit den Streichern des hochkarätigen Ensembles mehr als gerecht zu werden, so dass die zahlreichen Gäste des Abends ein thematisch spannendes Kammerkonzert der Extraklasse erlebten und einen Hörgenuss, der seinesgleichen sucht.

Renommierte Orchester


Hinter dem Allegria-Oktett stehen Musiker, die sich während ihres Studiums in der Jungen Deutschen Philharmonie, dem Auswahlorchester der Musikhochschulen im deutschsprachigen Raum, kennengelernt haben und die nun Mitglieder und Akademisten in renommierten Orchestern wie der Staatskapelle Weimar, bei den Nürnberger Symphonikern, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin oder dem Staatsorchester Braunschweig sind. Das Konzert des Allegria Oktetts wurde vom Kulturreferat der Stadt und der Gewerbebau gefördert.
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