Amberg: Ausstellung von Tilo Ettl in Stadtgalerie Alte Feuerwache
Leichtigkeit in Dur

Den gebürtigen Schwandorfer Tilo Ettl hat es nach Studium und Auslandsaufenthalt nun ins tschechische Planà verschlagen. Bild: Scharf

Tilo Ettls Arbeiten sprühen vor Freude und Licht. Sie zeigen eine irisierende Leichtigkeit, sind ausdrucksstark in Form und Farbe und ein Fest für Auge und Gefühl.

Erstaunlich viele Besucher hat Orkan Niklas in die Stadtgalerie Alte Feuerwache zur Eröffnung der Ausstellung von Tilo Ettl geweht. Hier herrschte am Dienstagabend eine ganz fantastische freundlich-friedliche Stimmung.

Ausgelöst wurde der Stimmungsumschwung von Moll nach Dur durch die Bilder und Skulpturen des Künstlers, sowie der groovenden Musik von "A Pocketful of Blues" mit der aus Nürnberg stammenden Bluesharmonica-Spielerin, Sängerin und Songwriterin Christine von Bieren alias "Chrissie The Cat" und Gitarrist Peter Pelzner.

Die Tonleiter seiner Farbpalette ist nuancenreich, die Stillleben strahlen Ruhe aus, die porträtierten Personen blicken freundlich, mit verhaltenem Lächeln aus dem Rahmen. Sie sind da und ziehen sich doch wieder zurück ("Die Sinnende"). Sie machen leise auf sich aufmerksam und fühlen sich in der besonderen Farbgebung wohl ("Sonnenhut" und "Morgenlicht").

Unglaublich perfekt

Ganz anders die großformatigen Stadt-Aquarelle - unglaublich perfekt und doch mit viel Interpretationsspielraum. Kräftige Akkorde setzt Ettl mit seinen Holz- und Granitskulpturen. Seine Figuren sind in Bewegung, gehen auf den Betrachter zu und nehmen ihn in ihrer sinnlichen Körperlichkeit für sich ein. Melodie und Harmonie von Bildern und Skulpturen sympathisieren im stimmigen Klang.

Verständliche Arbeiten

So sieht es auch Laudatorin Alena Mrowetz. Sie führte charmant und mit großer Natürlichkeit hin zum Künstler und seinem Werk. "Die Kunst ist ziemlich identisch mit dem Charakter des Künstlers", erläutert sie. Ettls Arbeiten seien verständlich, sie täuschen nichts vor und sind weit weg von modischen Trends. Er habe sich eigene Ausdrucksmittel angeeignet, will sie perfektionieren, sei jedoch nie völlig zufrieden.

Kurzen Einblick in seine Arbeit mit "Form contra Farbe" gewährte auch der sympathische Künstler selbst. "Betont man das eine, muss das andere zurückstecken. Das Pendel schlägt mal mehr zur einen, dann zur anderen Seite", sagt er. Sein Lebenspendel hat den gebürtigen Schwandorfer nach einem Studium der Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Regensburg, einem anschließenden Besuch der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, sowie einem einjährigen Studienaufenthalt in New York nach Tschechien geführt. Er machte mit vielen erfolgreichen Ausstellungen im In- und Ausland auf sich aufmerksam.

Seit 1992 lebt und arbeitet Tilo Ettl in Planá bei Marienbad. Deshalb bezeichnete Bürgermeister Martin Preuss den Künstler in seiner Begrüßungsrede auch als "Brückenbauer von Bayern nach Tschechien".

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In Amberg zeigt Tilo Ettl seine Exponate bis Sonntag, 3. Mai, in der Stadtgalerie Alte Feuerwache. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 11 bis 16 Uhr; Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr.
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