Amberger Kulturausschuss im Luftmuseum
Der Tiefsinn des Clownesken

Die Bilanz, die Luftmuseums-Initiator und -Leiter Wilhelm Koch (rechts) zum zehnjährigen Bestehen des Hauses vor dem Kulturausschuss ziehen kann, ist beachtlich: 80 000 Besucher, 1000 Führungen, über 76 Wechselausstellungen, nationales und internationales Renommee. Bild: Huber

Zehn Jahre und kein bisschen weise. Das muss erst mal jemand schaffen. Dem Luftmuseum geht jedenfalls noch lange nicht der konzeptionelle Atem aus.

Wilhelm Koch, Grafik-Designer, Luft-Bildhauer sowie Initiator und Leiter des Luftmuseums, empfing den Kulturausschuss standesgemäß: im pastellfarben-bunten Jacket, geschneidert aus einem Stoff mit dem Motiv der Zeichnung "Amberg aus der Luft" von Pablo de la Riesta. Darauf standortgerecht verteilt, Broschen aus den Kronkorken der noch aktiven Amberger Brauereien. Da muss einem kunstinteressierten Kommunalpolitiker das Herz förmlich aufgehen. So war es dann auch bei einer Führung der Mitglieder des Kulturausschusses durch das Luftmuseum.

Äußerer Anlass ist das zehnjährige Bestehen des Hauses am Eichenforstgässchen. Es gilt in seiner konzeptionellen Nische als international renommiert und zieht inzwischen jährlich rund 10 000 Besucher an, insgesamt kamen bisher rund 80 000. Derzeit läuft noch eine Werkschau von Koch mit dem Titel "Luft-Bildhauerei". Ein Teil der Exponate gehört zur Präsenzausstellung des Hauses, das nicht untertreibt, wenn es damit wirbt, seit 3. Juni 2006 "weltweit einzigartige Schauräume rund um das Thema Luft" zu bieten.

Regelmäßig gibt es Sonderausstellungen mit national und international namhaften Künstlern. Die nächste trägt den Titel "Schweben - Zwischen Illusion und Präzision, Transzendenz und Transparenz". Diese kulturgeschichtliche Themenausstellung ist ein Beitrag zum Zehnjährigen des Hauses, eröffnet wird sie am Samstag, 4. Juni, um 18.30 Uhr. Den Einführungsvortrag hält der Frankfurter (Main) Design- und Architek-turkritiker Prof. Dr. Volker Fischer.

Am Tag darauf geht es mit dem Luftboot-Treffen (ab 14 Uhr, Einsetzstelle in die Vils an der Kräuterwiese) weiter, es mündet in das gesellige 10. Museumsfest mit genretypischen Aktionen. Mit dem Fliegenden Klassenzimmer engagiert sich das Haus auch museumspädagogisch, es bietet zudem entsprechende Kindergeburtstage an, rund 160 seit 2006. Koch verband seine Führung des Kulturausschusses durch das Haus mit derartigen Eckdaten und beschrieb die erstmalige Anstellung einer Volontärin als Vollzeitkraft als einen sehr wichtigen Schritt zur Professionalisierung des Museums.

Die Kommunikationswissenschaftlerin Johanna Foitzig arbeitet seit rund einem Jahr hier und entlastet Koch enorm: "Ich könnte das nicht mehr leisten", rückte er die Kontaktpflege zu Künstlern weltweit, Vorbereitung von Ausstellungen sowie Betreuung des Internetauftritts und Archivs in den Mittelpunkt von Foitzigs Aufgaben. Die Stadt finanziert diese Stelle mit, gewährt darüber hinaus jährlich einen Zuschuss von 10 000 Euro und ist über ihre beiden kommunalen Töchter Stadtbau sowie Stadtwerke mittelbar in den Betrieb und Unterhalt des Luftmuseums, der jährlich rund 90 000 Euro kostet, eingebunden.
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