„Amberger Sinfonieorchester“
Beifallsstürme für „Die schöne Galathee“

Das von Thomas Appel geleitete "Amberger Sinfonieorchester" hat sich eine große Fangemeinde erworben. Wie stets beim traditionellen "Silvesterkonzert" ist das Stadttheater Amberg" ausverkauft. Es stehen ja auch interessante Werke auf dem Programm.

Mozarts Jugendsinfonie Nr. 8, und sein Flötenkonzert, das er 1778 als Auftragswerk komponierte, führen in Amberg in die Zeit der Wiener Klassik. Und die "sinfonische Romantik" ist mit Teilen aus Griegs Peer Gynt Suiten eindrucksvoll vertreten. Als "Hommage" an publikumswirksame Silvestererwartungen steht noch die populäre Ouvertüre zur Operette "Die schöne Galatheé" auf dem Programm. Thomas Appel kann dabei instrumental (fast) aus dem Vollen schöpfen. Die Streicher mit drei Kontrabässen, vier ausgezeichneten Celli, ebenso vielen Bratschen werden von Geigen komplettiert, von denen es zur instrumentalen "Balance" durchaus ein paar mehr hätten sein können. Vorzügliche Hörner, brillante Flöten und souveräne Fagotte sowie prägnante Trompeten und Posaunen sind mit dem sicheren Schlagwerk insbesondere beim Grieg die Garanten für sinfonische Größe.

Mit straffen Tempo


Zu Beginn wird Mozarts "Jugend"-Sinfonie,von Appel mit straffen Tempo angegangen (dem die Geigen zunächst nur zögernd folgen wollen), zu einem unbeschwerten, etwas brav gespielten Einstieg, mit einem schönen 2. Satz, einem markanten Menuetto und einem beschwingten Schlusssatz, bei dem die Hörner ihre Qualitäten deutlich machen. Wenn man eine exzellente Flötistin im Orchester hat, ist es nahe liegend, für sie ein Solo-Konzert ins Programm zu nehmen.

In Mozarts schönem Flötenkonzert kann sich Claudia Wallny dabei eindrucksvoll präsentieren. Hier erhält die Solistin Raum sowohl für brillante Virtuosität wie auch für die Zeichnung sensibler Melodie-Linien. Dabei sind die Souveränität ihres Spiels bei den technisch anspruchsvollen schnellen Passagen ebenso zu bewundern wie die Geschmeidigkeit, die Sensibilität bei der Gestaltung der dahinströmenden Harmonik beispielsweise im Adagio.

In den Kadenzen am Schluss der einzelnen Sätze kann sie ihr technisches Können voll zur Geltung bringen. Das Orchester gibt ihr Raum zur Entfaltung, ist zurückhaltend und meist in begleitender Funktion präsent. Hier hätte etwas mehr orchestrale Leidenschaft dieses Konzert noch wirkungsvoller klingen lassen.

Nach der Pause dann zunächst Griegs Peer-Gynt-Suite. In voller sinfonischer Stärke des Orchesters entfaltet sich der Zauber der "Morgenstimmung" durch das von Flöte und Oboe vorgestellte eingängige Thema, Streicher und Bläser führen es zu großem Klang und lassen es wieder in die ruhige Anfangsstimmung zurückschwingen - ein eindrucksvoller Einstieg. Bei "Anitras Tanz", nur mit Streichern gespielt, können die Cellisten mit wunderschönen Melodielinien glänzen, nach "Brautraub" und "Arabischer Tanz" gestalten vor allem die Bläser "Peer Gynts Heimkehr" wirkungsvoll, und in der "Halle des Bergkönigs" entwickelt sich unter Appels forderndem Dirigat das unheimliche 4-taktige Motiv zu einem furiosen, sich steigernden, im Orchester fortissimo tobenden Klangrausch, bei dem die Posaunen den stampfenden Rhythmus übernahmen, und der in orchestraler Ekstase endet. Das ist beeindruckend und effektvoll und erntet großen Beifall.

"Beschwingte Kost"


Doch, an Silvester freut sich das Publikum besonders über die "beschwingte Kost". Die wird mit der bekannten Ouvertüre zu "Die schöne Galatheé" von Suppé dann so wirkungsvoll und beschwingt dargebracht, dass das Publikum (endlich) zu Beifallsstürmen hingerissen ist. Und nach den Zugaben des "Banditen-Gallops" von Strauss und dem zu Silvester einfach unumgänglichen Radetzky-Marsch unter Einbeziehung der Besucher können Appel und sein Orchester die enthusiastischen Ovationen mit großer Freude genießen.
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