Ambergs alteingesessene Park- und Ring-Theater schließen wohl im Dezember
Klappe, die letzte, für alte Kinos

Michael Fellner (links) freut sich über den Kauf des Park-Theaters, das er vor wenigen Tagen von Andres Wörz (Mitte) erworben hat. Sein Glück wäre perfekt, wenn die Stadt einem Vorschlag folgen würde, den Baureferent Markus Kühne (rechts) schon einmal ins Spiel gebracht hat: den Platz vor dem Kino zu öffnen, den Fluss als Erlebniszone für die geplante Gastronomie mit einzubeziehen. (Bild: Hartl)

Bald öffnet sich der Vorhang in Park- und Ring-Theater zum letzten Mal. Wenn dann im Filmabspann "The End" über die Leinwände flimmert, ist wirklich Schluss. Ambergs alteingesessene Kinos schließen wohl im Dezember. Beide sollen mit neuen Ideen wiederbelebt werden, von denen die fürs "Park" schon recht konkret nach Blockbuster klingt.

Natürlich sind es auch 76 Jahre Familiengeschichte, die hier zu Ende gehen. Elisabeth Wörz-Frey, ihr Ehemann Peter und Sohn Andreas Wörz schlagen das Kapitel ihrer Filmtheaterbetriebe in Amberg zu. Nicht ganz freiwillig, könnte man sagen, sondern eher gezwungenermaßen. Grund ist eine übermächtige Konkurrenz, die am Kreisverkehr erwächst. Dort läuft seit Frühjahr der Bau des neuen Multiplexkinos zweier auswärtiger Betreiber, der im Dezember abgeschlossen sein soll.

Multiplex übermächtig

Wohl noch am selben Tag, wenn dieses Haus mit acht Sälen für rund 1000 Zuschauer aufmacht, werden die zwei alten Amberger Kinos zusperren. Auch das 61 Jahre alte Ring-Theater ist davon betroffen, wie Andreas Wörz bestätigte. Dafür schmiedet er derzeit selber Pläne, während sich die Familie beim Park-Kino-Center für eine andere Lösung entschied. Das Gebäude wurde veräußert an jemanden, der eine passable Idee dafür entwickelt hat.

Gute Nachfolgenutzung

Das war Andreas Wörz und seinen Eltern nach eigener Auskunft besonders wichtig. Sie wollten nicht etwa irgendeinen Billigladen dort drinhaben, der sich beispielsweise als Mieter hätte finden lassen. Nein, der Familie Wörz war an einer guten Nachfolgenutzung gelegen, die nun gefunden ist. Der Amberger Michael Fellner, Inhaber der gleichnamigen Schreinerei, hat den Kinobau erworben und will ihn komplett in einen Gastronomiebetrieb verwandeln.

Zuschlag nach Entwicklungsphase

Den dazu nötigen Umbau vor allem innen macht er mit seiner Firma selbst, für den Betrieb der Gaststätte hat er zwei potenzielle Interessenten an der Hand. Sie kommen laut Fellner aus der Branche, sind Profis ihres Fachs und entwickeln derzeit Konzepte, wie sie sich eine pfiffige Nutzung für "Essen und Trinken" - so der erste Arbeitstitel - vorstellen. Allzu viel davon will der neue Gebäudeeigentümer noch nicht verraten, um nicht die eine Idee gegen die andere auszuspielen. Wer nach zweimonatiger Entwicklungsphase das bessere Konzept vorlegt, bekommt den Zuschlag mit entsprechendem Pachtvertrag, informierte Fellner am Mittwoch.

Fläche für die Gastronomie

Noch heuer will er diese Entscheidung treffen, um dann voraussichtlich im Februar mit dem Umbau zu beginnen. Er sieht so aus, dass die drei Vorführsäle im Inneren verschwinden, um einen einzigen großen Raum plus Foyer an der vorhandenen Stelle zu schaffen. Das ist die Fläche für die Gastronomie, die auch das leichte Gefälle nach vorne behalten soll, um quasi verschiedene Ebenen im Lokal zu haben. Mit Ausnahme der hölzernen Wandvertäfelung ist allerdings nicht geplant, den Kinocharakter zu erhalten.

Kühne(s) Vision: Vils öffnen

"Das Park-Theater ist ein wunderschönes Gebäude, es hat mir schon immer gefallen", begründet Michael Fellner seine Entscheidung zu Kauf und Neuplanung. Ohne zu verhehlen, dass er und seine künftigen Pächter einen ebenso großen wie nötigen Wunsch haben: Sie möchten auch eine möglichst großzügige Freischankfläche vor dem Haus haben. Dazu hatte Ambergs Baureferent Markus Kühne schon einmal eine kühne Vision geäußert, die sie gerne aufgreifen würden: Die Fläche, womöglich inklusive Straße, zur Vils hin öffnen und hier bestuhlen.
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