Ambrger Chorgemeinschaft in Bestform
Eine musikalische Erbauung

Andreas Schmidt setzte am Cembalo einen nachdrücklichen Kontrast zum spannenden, vielstimmigen Chorgesang.
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
04.01.2016
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Ein stimmlich vielfältiger Hörgenuss eröffnete sich den Menschen in der fast voll besetzten Erlöserkirche am letzten Abend des alten Jahres. Die Amberger Chorgemeinschaft, geleitet von Dirigent Dieter Müller, präsentierte sich mit "Abendmusik in der Silvesternacht" in Bestform.

Das Ergebnis offensichtlich intensiver Probenarbeit, hohe Wachheit, feine Ohren füreinander und die große Freude am Singen kamen bestens an beim Publikum, das sich trotz Blitzeises und Nebels nicht vom Besuch dieser Silvester-Traditionsveranstaltung abhalten ließ. Die Belohnung: ein stimmungsvolles Konzert mit hochmotivierten Sängern, einem vielseitigen Programm und mit Andreas Schmidt am Cembalo.

Dieter Müller verschnürte jeweils drei Lieder zu einem Bündel. Dazwischen hatte Andreas Schmidt seinen bestens vorbereiteten Auftritt mit Stücken der französischen Komponisten Élisabeth Jaquet-de La Guerre und Jacques Duphly sowie von Anton Estendorffer und Georg Friedrich Händel am Cembalo - einem historischen Tasteninstrument, das seine Blütezeit vom 15. bis 18. Jahrhundert erlebte. Die stählerne Luftigkeit und die Klangraffinesse des heute eher selten gespielten Instruments setzten in der Erlöserkirche einen nachdrücklichen Kontrast zum spannenden, vielstimmigen Chorgesang. Zwölf sehr unterschiedliche, festlich fromme Lieder aus fünf Jahrhunderten von Altmeistern wie Bach und Händel bis zu Karl Riedel und Zeitgenossen wie Dieter Müller interpretierte der Chor einfühlsam und schillernd. "Lasst alle Gott uns loben" (Riedel) war so ein Titel, der aufhorchen ließ in seiner beinahe modernen, bunten Auslegung. Oder auch das wundervoll gezeichnete Tonbild von Dieter Müller "Dort zwischen Ochs und Eselein", eine Komposition, die die Atmosphäre der heiligen Nacht ganz köstlich einfängt, und bis zum ausgefeilten "Still, still, still" (Fritz Neumeyer) und freudig jauchzenden "Tochter Zion" (Händel) gekonnt einen Bogen schlägt.

Geschliffen, gefeilt und geübt, um auch sensiblen Situationen zu unglaublichem Klang zu verhelfen. Ausgewogen die einzelnen Stimmen, ausgezeichnet der Gesamteindruck. Eine große Leistung, diese sehr unterschiedlichen Kompositionen so stilgerecht, gut verständlich und mit Souveränität und Tempogefühl vortragen zu können. Es ist die scheinbare Leichtigkeit, die begeistert. Ohne jede Eitelkeit brillierte hier ein Chor, der längst eine feste Größe in Ambergs Kulturleben ist.

Das Publikum freut sich schon auf die nächsten Konzerte der Amberger Chorgemeinschaft mit Dieter Müller an der Spitze und dankte mit langanhaltendem Beifall für diese musikalische Erbauung.
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