Architektur im Fokus: Sven Hamann präsentiert Fotografie und Malerei im A.K.T. Kunstverein ...
Spiel und Verfremdung zwischen Dimensionen

Bis 21. März sind im Amberger Kunstverein Fotografien und Gemälde von Sven Hamann zu sehen. An den zwar "mit bester Farbe" renovierten, jetzt aber schon wieder etwas ramponierten Wänden in der A.K.T.-Galerie (Am Viehmarkt 4) hängen die Exponate.

Sie passen in den Raum, als hätte sie der Künstler eigens für diese Örtlichkeit geschaffen: ästhetisch in der Konstruktion, unauffällig in der Farbigkeit und vielschichtig im Erscheinungsbild. Fotografie ebenso wie Malerei harmonieren unglaublich gut mit den spröden Wänden, der abgeblätterten Farbstruktur, der hellen, freien Zimmeratmosphäre.

Studierter Architekt

Eigentlich ist der in Ammerthal lebende, freischaffende Künstler ein studierter Architekt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Architektur in seinen Arbeiten auch eine bestimmte, wenn nicht sogar die wichtige Rolle spielt. Hohe Gebäude, Fassaden und Fensterfronten strukturieren die Werke. In seinen Fotoarbeiten zeigt Sven Hamann direkt und klar architektonische Ansichten. Sein Anliegen ist, den Blick des Betrachters für Architektur zu wecken und zu schärfen.
"Der dreidimensionale Raum, wird durch die perspektivische Parallelisierung in eine zweidimensionale Fläche überführt und dadurch abstrahiert", erläutert Hamann in einem Text zur Ausstellung. "Störende und narrative Elemente" würden auf seinen Bildern mittels digitaler Bildbearbeitung entfernt und die Fotografie somit auf die "architektonische Aussage reduziert und konzentriert".

Seine Fotografien sind Originalabzüge, die auf den ersten Blick wie grafisch gestaltete Blätter hinter Glas wirken. "Es sind keine Computerdrucke, sondern ganz traditionell auf Fotopapier gemachte Abzüge", erläutert Hans Graf, der Vorsitzende des Kunstvereins.

Klar und schnörkellos ist das Objektiv auf Häuserfassaden gerichtet. Die vom Künstler gewählte frontale Perspektive wirkt distanziert und zieht doch die Blicke auf sich. Monotonie von Bauten, Vielschichtigkeit der Assoziation - man wird neugierig, tritt an das Foto, späht in die Fenster und will auf Spurensuche gehen.

Bilder zum Erfühlen


Dieser Wunsch steigert sich bei Hamanns Malereien. Aus der Entfernung wirken sie klar gebaut. Doch die mehrfach geschichteten Strukturen, die mit Zement, Sand und Lehm konstruierten Bildinhalte, ziehen den Blick an.

Er will erfühlen und ertasten, die Finger auch. Mit Pigmenten sind die Materialien eingefärbt oder später mit Acrylfarbe überstrichen.

Die Bauten sind durchbrochen, lassen Ein- und Durchblicke zu, sind zerkratzt und aufgesetzt. Sie verschließen sich auch wieder. Manches wird mit grober Schnur vernäht, anderes mit Teerpappe verklebt. "Mich erinnert vieles an eine Baustelle", sagt Graf, "da lohnt es sich, genauer hinzuschauen."

Die Ausstellung läuft noch bis 21. März. Öffnungszeiten: freitags 15 bis 19 Uhr, samstags 13 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.
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