Ausstellung der Wimmelbilder von Adolf Ritz eröffnet
Tausend Geschichten

Seit Montag stellt der Künstler Adolf Ritz seine Wimmelcomics im Foyer des großen Rathaussaals aus. Der Eintritt ist frei. Bild: Hartl
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
01.06.2016
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Adolf Ritz hat eine Blockade. Seit vor vier Wochen seine Frau gestorben ist, kann er keinen Stift in die Hand nehmen. Und doch stand er am vergangenen Montagabend im Foyer des großen Rathaussaals und eröffnete eine Ausstellung seiner Kunstwerke.

Adolf Ritz zeichnet Wimmelbilder. Dabei half ihm seine Ausbildung zum Bauzeichner. Etwa zwei bis sechs Monate braucht er für ein Werk. "Man sucht sich ein Thema aus, informiert sich und macht dann eine Liste mit Motiven, die man unterbringen möchte", erklärt der Künstler. Man müsse in kleinen Teilen Zeichnen, sonst werde man verrückt. "Nach zwei Stunden geht's an die Augen." Ritz zeichnet seine Bilder mit Bleistift vor. Anschließend kommt die Tusche darüber. Vor zehn Jahren hat er mit den Wimmelbildern angefangen. Damals hat er noch gearbeitet. Seit er in Rente ist, hat er mehr Zeit für das Zeichnen. In seiner Eröffnungsrede lobt der Bürgermeister die Fantasie und das handwerkliche Geschick des Ambergers. Die Motive des Künstlers sind häufig geschichtlich: so etwa der Bau der Pyramiden, Gladiatorenkämpfe im Kolosseum oder eine mittelalterliche Belagerung. Gemalt hat er aber auch ein Kreuzfahrtschiff und ein Tuning-Treffen. Etwas Abseits hängt ein erotisches Wimmelbild. "Dafür habe ich mir schon viele blöde Sprüche anhören müssen", sagt Ritz.

Der Künstler verkauft im Foyer auch Nachdrucke seines Werkes. Auf Anfrage individualisiert er die Bilder. "Früher habe ich Ölbilder gemalt. Das ist meiner Frau nicht bekommen." Nach einer Pause habe er sich auf Tuschezeichnungen umgestellt.

Adolf Ritz hat die Ausstellung um mehrere Wochen verschoben. Als die Eröffnung geplant war, lag seine Frau gerade im Wachkoma. Es hätte jederzeit etwas passieren können. Ausstellen sei unmöglich gewesen. "Sie war immer stolz auf meine Bilder." Viele Jahre war seine Frau krank. Die letzten Jahre saß sie im Rollstuhl. So richtig fassen kann Ritz ihren Tod noch nicht. "Als nächstes möchte ich etwas mit Feen und Gnomen zeichnen, aber im Moment geht es nicht", sagt er dann.
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