Ausstellung "Ferne Welten" von Sabine Hoppe
Wie das Bild ins Bild kommt

Wenn einer eine Reise tut, kann er in Zeiten der Digitalfotografie viele Bilder machen. Da wird aus Selbstgeknipstem und Selfies von einem Wochenendtrip nach Neuschwanstein schnell eine Veranstaltung, mit der man Freunde, Familie oder Nachbarn beglücken kann. Bei Sabine Hoppe ist es anders.

Die Künstlerin - Mitglied im Kulturverein A.K.T., der die Ausstellung auch organisierte - zeigt zwanzig Werke, die in dreizehn Ländern auf fünf Kontinenten entstanden sind. In "Ferne Welten" entführt ihre Ausstellung, die derzeit im Amberger Kunstkombinat zu sehen ist.

Hoppe unternahm ihre Reise in mehreren Etappen, die daher mehrere Jahre dauerte. Dabei führte sie der Weg auch in entlegenere Gegenden des Globus. Schließlich machte die begeisterte Malerin aus diesem Erlebnis ein Kunstprojekt.

Eigene Vorstellungen


Hoppe, die aus Amberg stammt und in Stuttgart Kunst studierte, hatte eine interessante Idee: Während ihrer Weltreise suchte sie den Kontakt zu etwa gleichaltrigen Einheimischen und bot ihnen an, ein Bild für sie zu malen. Die Auftraggeber sollten ihr nur einige Angaben zum Motiv oder der Farbwahl machen.

Nach diesen Vorgaben fertigte Hoppe dann Porträts und Panoramen von Land und Leuten an. Die fertigen Bilder hat sie allerdings nicht im Original mit nach Hause gebracht, sondern als Fotografie, denn die Werke verbleiben im jeweiligen Gastland. Die Künstlerin fotografierte sie in der häuslichen Umgebung, in der sie nun hängen.

Diese Fotografien sind jetzt in der A.K.T.-Ausstellung im Kunstkombinat zu sehen. Die interessante Vorgehensweise ermöglicht es Hoppe, Fragen nachzugehen, wie die Menschen aus fernen Ländern und fremden Kulturen die Welt sehen, was ihnen wichtig ist und sie bewegt. Manchmal offenbaren ihr die künftigen Gemäldebesitzer auch noch mehr, nämlich einen Blick auf die Lebensperspektive und in die Traumwelten jedes Einzelnen.

Weil die Originale auf den Bildern stark verkleinert dargestellt sind, lohnt es sich, einen Schritt näher heranzugehen. Und wer dann den passenden Abstand zum Bild im Bild gefunden hat, kann sich ein eigenes von Hoppes Weltsicht machen. Die Künstlerin liebt es, leuchtende Farben großflächig auf die Leinwand zu bringen.

Direkt hinein


Das Detail ist nicht so ihre Sache, ihre Bilder zielen mitten hinein ins visuelle Zentrum des Betrachtergehirns. Diesen Effekt können die Besucher der Vernissage auch erleben. Dort ist nicht nur etwas fürs Auge geboten, sondern auch für die Ohren. "Sisters Act", mit bürgerlichem Namen Svenja und Eva-Lotta Drescher, untermalen die Ausstellungseröffnung mit sanften Pop-Balladen mit einem leichten Hang zum Jazz.

Sollte nach der Ausstellung in Amberg jemand das Bedürfnis verspüren, die Werke im Original zu betrachten, muss er sich von der Künstlerin die Adresse der Menschen geben lassen, deren Häuser und Wohnungen nun von diesen geschmückt werden. Aber das wird mehr als ein Wochenend-Trip für einen Dia-Abend, sondern bietet sicherlich eine Grundlage für einen ausführlichen Reisebericht.

ÖffnungszeitenDie Werke der Künstlerin sind jeweils Freitag und Samstag (15 bis 18 Uhr) im Amberger Kunstkombinat (Neustift 47) zu sehen. Informationen unter Telefon 09621/9709999. (frj)
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