Ausstellung in der Alten Feuerwache mit Wigg Bäuml, Werner Claßen und Peter Engel
„Aaa, schmeckt des Böia guad“

In einem lockeren Künstlergespräch führen (von links) Peter Engel, Werner Claßen und Wigg Bäuml in ihr "bieriges" Kunstprojekt ein. Bild: otj

Von Jörg Otto

Amberg. "Die erste Pflicht der Musensöhne ist, dass man sich ans Bier gewöhne." Nicht nur Wilhelm Busch spricht der Schaffenskraft eine gewisse Nähe zum Gerstensaft zu. Bei der Ausstellung "Bierig" mit Werken von Peter Engel, Werner Claßen und Ludwig Bäuml steht das Bierthema sogar konzeptionell Pate. Anlass: 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot. Betritt man die Stadtgalerie Alte Feuerwache, empfängt einen ein Spalier aus 140 Bierkästen. Die Rauminstallation von Wigg Bäuml bildet den räumlichen Mittelpunkt der Ausstellung. Sie ist ein Loblied auf die Gemütlichkeit, die entschleunigende Wirkung des Bieres.

Geht man hindurch, hört man das satte Ploppen eines Bügelverschlusses, das Fallen eines Kronenkorkens oder verbalisiertes Wohlgefühl: "Aah, schmeckt des Böia guad".

Die Arbeiten von Peter Engel und Werner Claßen sind um das "bierige" Zentrum angeordnet. Peter Engel nähert sich dem Thema mit dem feinen Strich seiner Zeichnungen, mit dem Blick für absurde und witzige Momente deutscher Bierkultur und ihre Protagonisten. Neben seinen Zeichnungen, die unter anderem mit dunklem Bier entstanden sind, zeigt Engel auch ein Kunstobjekt - den "Getränkeautomat-Zeitzoigl", den er aus Holz konstruiert hat.

Die Bilder von Werner Claßen sind ganz im Gegensatz zu Engels im Moment entstandenen Miniaturen äußerst farbintensiv und eruptiv. "Rauschbilder" nennt er seinen Zyklus, der sich mit den Auswüchsen des Biergenusses auseinandersetzt - gespritzt, getropft, geschleudert. "Ich habe da einen Vorgang, der so ab zehn Uhr hinter dem Bierzelt passiert, den habe ich hergenommen und in die Kunst transformiert."

Der besondere Reiz der Ausstellung ist die Variabilität der angewendeten Techniken und Darstellungsformen. Zusammen ist den drei Künstlern eine höchst kreative Hommage an das Bier, die Geselligkeit und die Inspiration durch Genuss gelungen. Zu der Ausstellung gibt es ein begleitendes Glanzlicht am 8. Juni um 19.30 Uhr in Form einer Lesung zum Thema "Bier als Dichtung" mit Eckhard Henscheid und Michael Gölling.

ÖffnungszeitenDie Ausstellung ist bis Sonntag, 17. Juli, in der Alten Feuerwache zu sehen. Besichtigungen sind von Dienstag bis Freitag (11 bis 16 Uhr) sowie am Wochenende (11 bis 17 Uhr). Pfingstmontag ist geschlossen. Informationen unter Telefon 09621/10284 und www.stadtmuseum-amberg.de
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