Autorin und Kolumnistin Meike Winnemuth zeigt sich in der Buchhandlung Rupprecht in ...
Über das Glück, auf der Welt zu sein

"Das Loben der anderen" ist nur ein Tipp, den Meike Winnemuth für sich und andere bereithält, um gut durchs Leben zu kommen. Bild: Steinbacher
"Um es kurz zu machen" lautet der Titel des neuesten Buches von Meike Winnemuth. Und natürlich nimmt man den Ball gleich auf, und macht es kurz: der Leseabend mit der Autorin in der Buchhandlung Rupprecht in Amberg hätte gut und gerne länger dauern dürfen, so amüsant und kurzweilig verfliegen die rund 90 Minuten. Wie und was die attraktive Mittfünfzigerin zum Besten gibt, das kommt im überwiegend weiblich besetzten Publikum glaubhaft an.

"Die Geschichten sind so nah am Leben und so ehrlich", meint Buchhändlerin Maria Rupprecht bei der kurzen Vorstellung des Gastes. Die freie Journalistin und Autorin kontert schmunzelnd "Glauben Sie?" Wahr ist auf jeden Fall, dass die 1.83 Meter große, kluge und flotte Blondine im Oktober 2010 bei Günther Jauch eine halbe Million Euro gewonnen hat.

Sie geht danach auf Weltreise und lebt zwölf Monate lang je vier Wochen in einer anderen Stadt. Daraus bastelt sie später den Bestseller "Das große Los". Jetzt stellt sie ihr neuestes Werk vor: "Um es kurz zu machen: Über das unverschämte Glück, auf der Welt zu sein". Es ist eine Sammlung ihrer Kolumnen ohne Mindesthaltbarkeitsdatum, die beim Stern, im SZ-Magazin und anderen Blättern gedruckt wurden.

Locker und lebendig

Wahr ist, dass Winnemuth ihr Buch unglaublich locker und lebendig präsentiert und auch noch nicht gedruckte Episoden vorträgt. Gar nicht gehemmt und ganz ohne gedankliche Aussetzer oder Hirnstolperer, wie ihr das bei einer Talkshow wohl mal passierte, wo sie ganz vergaß, auf den neuen Titel zu verweisen. Das soll ihr nächste Woche bei Markus Lanz hoffentlich nicht noch mal passieren. Da will sie nicht wieder als "Sekundenschaf" in der Runde sitzen.

Freche Pointen

Es macht einfach Spaß, ihr zuzuhören. Wie sie mit Sprache jongliert und freche Pointen setzt. Wie sie liest, lacht und lobt. Und genauso schreibt sie auch - im ganz normalen Plauderton. Von "behaarten, männlichen Unterarmen" seufzt und schmachtet sie, vor Mimosagelbem Nagellack erschauert sie, und von "der Kunst der Kühlschrank-Cuisine" schwärmt sie - übrigens auch von Amberg. "Es ist wahnsinnig nett hier", behauptet sie nach einem kurzen Spaziergang. Doch solcherlei Schmeichelei hätte es gar nicht bedurft.

Sie hat sich längst ins Herz des Lesevolks geschrieben mit ihren Alltagsbeobachtungen und -strategien, wie der große Besucherandrang zur Lesung zeigte. Auch ihr "95-Jahresplan" gefällt. Der lautet: "Lebensoptimierungswahn beenden - Neues tun, nicht nur davon träumen" und dann als "extrem gut gelaunte Leiche" abtreten.
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