Benefizkonzert für Kinder-Förderverein in Paulanerkirche
Viele Emotionen in der staaden Zeit

Das Bläser-Quintett nutzte die Akustik des Gotteshauses und traf mit den ausgewählten Werken genau den Geschmack des Publikums.

"Gaudete" ist der 3. Advent in der Liturgie überschrieben, das heißt übersetzt "Freuet Euch". Und viele freuten sich gemeinsam beim Weihnachtskonzert, das der Musikverein Freudenberg und der Kirchenchor Wutschdorf in der Paulanerkirche gaben.

Von Helmut Fischer

Amberg. Diesmal war dieses traditionelle Benefizkonzert zugunsten von Flika, dem Klinikum-Förderverein zur Hilfe für kranke Kinder, ausgerichtet. Vorsitzende Margit Meier dankte deshalb auch den Mitwirkenden für diese Unterstützung und bat die Zuhörer in der vollen Kirche um eine großzügige Spende. Über die konnte sich der Verein dann tatsächlich freuen, denn die Spendenkörbe waren durchwegs mit Scheinen gut gefüllt. Laut Meier kamen knapp 1000 Euro zusammen. Vorher hatten auch die Zuhörer Grund zur Freude.

Ausgewogener Chorklang


Der Kirchenchor Wutschdorf unter der Leitung von Regina Wiesmeth-Fibich und der Musikverein Freudenberg unter seinem Dirigenten Gerhard Zinnbauer boten in einer guten Stunde einen musikalischen Querschnitt zum 3. Adventssonntag an. "Freuet Euch"- das konnte man bei den Liedern nachvollziehen, die der Kirchenchor vortrug. In einem gesunden Verhältnis Frauen- zu Männerstimmen erklangen an verschieden platzierten Stellen im Programm vier Lieder. Jedes mit ausgewogenem Chorklang vorgetragen, ausdrucksstark gesungen und mit erfreulicher Textverständlichkeit gesungen. Dies zu hören, war eine echte Freude. "Wir freuen uns, es ist Advent" zum Beispiel. "Meine leisen Lieder" und "Gott spricht unsere Sprache" klangen mit Emotion und Andacht. Besonders eindrucksvoll, weil brandaktuell das Lied "Auf dem Weg zum Frieden" von Michael Schmoll.

"Wer den Frieden will, der muss etwas tun, wer Frieden will, darf niemals ruhn" - diese Botschaft kam einfach stark gesungen in den Kirchenraum. Das Orchester eröffnete das Konzert mit "A German Christmas", ein gut arrangiertes Medley von bekannten Weihnachtsliedern.

Ein junges Klarinetten-Quartett spielte ausgesprochen sauber und klangschön, dabei in differenzierter Gestaltung die Romanze aus Mozarts "Kleiner Nachtmusik" und präsentierte sich später noch einmal mit Mozart. Ein Flöten-Duo zeigte bei zwei Beiträgen, wie schön und beweglich Flöten miteinander musizieren können und wie interessant der gute Papa Josef Haydn bei seinen "Vier Jahreszeiten" auch von zwei Querflöten gespielt klingt. Das Orchester präsentierte bei seinen Darbietungen auch seine hochtalentierten Solisten. Bei "Concerto Per Clarinetto" zeigte Domenika Rumpler ihr beeindruckendes Können an der Klarinette. Beim Christmas-Song überzeugte Stefanie Rumpler mit ihrem kultiviert gespielten Saxofon-Solo, und bei der Adaption von "Sagt holde Frauen" aus Mozarts "Figaro" wurde die bekannte Melodie klangschön von Martin Rumpler vorgetragen.

Dabei agierte das Orchester bei allen Stücken erwartet souverän, mit großem Sound und ausgefeilter musikalischer Gestaltung. Etwas mehr Sensibilität bei der Programmgestaltung hätte gelegentlich nicht geschadet. Wenn nach dem mit Andacht und Emotion vorgetragenem Lied "Meine leisen Lieder" das Bläserquintett die dezente Weise "O Wunder, was soll das bedeuten" vorgetragen hätte, wäre das stilvoller gewesen, als es das übergangslos gespielte "Sleigh Ride" des Orchesters war.

Klangliche Übermacht


Beim gemeinsamen Lied "Macht hoch die Tür" agierte das Orchester mit solch klanglicher Übermacht, dass man vom Volksgesang kaum etwas hörte. Aber dann setzte es mit "Lead Me Home" in ruhiger, der staaden Zeit angemessenen Stimmung einen besinnlichen Schlusspunkt des Konzertes. "Freuet Euch" - ein Benefizkonzert gibt stets Anlass zur Freude, weil sich alle Singenden und Musizierenden für einen guten Zweck engagieren und spürbare Hilfe wirksam werden lassen. So war der große Beifall die verdiente Resonanz für dieses vielseitige Weihnachtskonzert.
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