Berlinerin gewinnt Amberger Kurzfilmwettbewerb
Preise trotz Pannen

Martin Frey (links) vom Kulturverein moderierte den Kurzfilmwettbewerb im Ringtheater. Der erste Preis ging an Antje Heyn aus Berlin, die ihre 500 Euro nicht persönlich entgegen nehmen konnte. Bilder: kge (2)
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
16.10.2016
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Versuch und Irrtum? Der mit diesem in Englisch "Trial and Error" lautende, animierte Kurzfilm von Antje Heyn aus Berlin, wurde am Freitagabend im ehemaligen Ringtheater als klarer Gewinner von Jury und Publikum gekürt. Und er stand mit seinem Titel quasi Pate für technische Pannen beim Amberger Kurzfilmwettbewerb (AKUT).

Zunächst konnte er nicht abgespielt werden. Nach Behebung des Fehlers durch Techniker rutschte der Streifen von Startplatz fünf auf den letzten Platz. Seine Leichtigkeit und Witz machten das allemal wett und obwohl er auf Englisch vielleicht nicht wortwörtlich verstanden wurde, sprachen die Bilder in kreativer und lustiger Weise für sich. Aus über 60 Einsendungen hatten die Verantwortlichen 18 Beiträge für den Wettbewerb ausgesucht. Sie machten es den Zuschauern nicht leicht, ihre Favoriten zu wählen. Nach zweieinhalb Stunden köstlicher Unterhaltung bekamen sie die Aufgabe sich zu entscheiden.

"Das hätte mich auch gewundert, wenn das heute so reibungslos geklappt hätte. Das ist in den letzten zwei Jahren noch nie passiert", sagte Moderator Martin Frey lachend, als er nach der Vorführung aller eingereichten Arbeiten bei der Abstimmung mit seinem Smartphone aushelfen musste. Jeder Besucher hatte für die Wahl seines Favoriten einen Nummerncode erhalten, der - aus welchen Gründen auch immer - bei vielen Geräten im Saal nicht funktionierte. Aber das war kein Problem, denn es gab genügend Helfer, die professionell die gewünschten Erst-, Zweit- und Drittplatzierten eingaben. Besonders freuen konnte sich Marc Rößler aus Nürnberg, der mit seinem "Bob", den zweiten Preis über 300 Euro erhielt und persönlich anwesend war um ihn in Empfang zu nehmen. Seine Satire handelte von einem Internetanbieter, der "künstlerisch liebevolle" Bomben baute und über das Netz an gewaltbereite Kunden vertickte. Besonders schön war der Schluss, als er sich selbst mit seinem Produkt in einer herrlichen Explosion ins Jenseits beförderte. Das Thema war mit Humor verpackt, so dass sich die meisten Anwesenden über Platz Nummer zwei einig waren. "The Call" von Ammar Sonderberg aus Mannheim (3. Platz, 200 Euro) traf eher ins Herz, als auf die Lachmuskeln, denn er machte nur allzu deutlich wie sinnlos alle Kriege sind, die stets rund um den Globus wüten. Bei diesem auch englischsprachigen Beitrag wischte sich mancher verstohlen die Tränen aus den Augenwinkeln, die diesmal nicht vom Lachen kamen.

Einen Regionalpreis in Höhe von 50 Euro vergaben die Veranstalter an Robert Neuber aus Pressath. Mit seinem Film "Fahrerwechsel" hatte er zwei Paare - ein junges und ein altes - in Autos der gleichen Fahrzeugmarke, aber verschiedener Baujahre gepackt. Allein durch den Tausch der fahrbaren Untersätze bekamen Verhalten und Leidenschaften der Generationen neue Aspekte. Ein ansprechendes Filmchen, das als Werbe-Jingle für allerlei Themen rund um Mobilität und Altersunterschiede dienen könnte.
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