Bildende Kunst statt Glühwein

Die 41. Jahresausstellung der Gruppe Amberger Künstler ist mit Arbeiten von 14 Künstlern bestückt. GAK-Sprecher Achim Hüttner (Siebter von links) hatte wieder zur Präsentation von Bildern und Plastiken mit unterschiedlichen Techniken, Themen und Formaten eingeladen. Bild: Huber

Die Vernissage war wieder ein glanzvolles Heimspiel für die Gruppe Amberger Künstler. Selbst Oberbürgermeister Michael Cerny stellte "eine höhere Besucherdichte als am Glühweinstand am Weihnachtsmarkt" fest.

Wer die 41. Bilderschau der Gruppe Amberger Künstler (GAK) besucht, wird unwiderstehlich in den Sog eines vielschichtigen Reigens faszinierender Gegenwartskunst gezogen. Da wird die Kunst auf 170 Quadratmetern Ausstellungsfläche beinahe zur Nebensache! Am Donnerstag allerdings konnten die Wege zu den Bildern nur mittels Körpereinsatzes gebahnt werden, und die Skulpturen verschmolzen mit der Menschendichte. Im Stimmengewirr setzte die Musik von den Schülern des Gregor-Mendel-Gymnasiums - Anna Preischl (Klavier und Gesang), Vanessa Schindler (Klarinette) und Alexander Türk (Klavier) - passende Akzente.

Unbekannte Arbeiten

Zum 41. Mal zeigen die Künstler um ihren Sprecher Achim Hüttner, was und wie sie mit Farbe, Fläche und Materialien umzugehen vermögen. Heini Hohl, Achim Hüttner, Angela Steinkohl, Uli und Hans Lauter, Johann B. Ferstl, Anne Dreiss, Helmut Rösel und Berndt Trepesch, dazu die Gäste Erika Wakayama, Johann Sturcz, Joachim Krieg, Luci Lauter und Hanna Regina Uber präsentieren Bilder und Plastiken mit unterschiedlichen Techniken, Themen und Formaten. "Stil und Technik der einzelnen Könner und Individualisten sind bekannt, Überraschendes eher selten, Entwicklungen durchaus feststellbar". So läßt sich das Fazit nach dem "Expressdurchgang" mit Achim Hüttner ziehen.

Begonnen hat er bei seiner Einführung in "Koje eins" mit Heini Hohl. Das Stammmitglied zeigt dort unter dem Titel "Höhlenschweine & Freunde" bisher unbekannte Arbeiten. Es folgt die "vertraute, abstrakte Handschrift" von Helmut Rösel. 100 Kopien von Porträtzeichnungen seiner Schüler und ein Porträt seines Sohnes Steffen steuert Berndt Trepesch dazu. Neue fotografische Eindrücke und kubistische "shaped" Foto-Objekte zeigt Anne Dreiss. Achim Krieg komplettiert diese Koje mit Radierungen und Lithographien.

Kulturleben mitgeprägt

Die Stirnwand gehört traditionell Achim Hüttner. Seine erzählenden Acryl-Leinwandbilder tragen Titel wie "Josef Beuys erklärt dem toten Hasen das Amberger Verkehrskonzept!" oder "Das schwarze Schaf/Graf in der Oberpfälzer Küche". Der Ausstellungsdurchgang führt weiter zu Bildern und Bronzen von Hanna Regina Uber und zu den jungen Malern mit den stark farbigen Bildern von Johann Sturcz und Luci Lauter. Ganz anders Angela Steinkohl: "Zurückgenommen und scheu, mit feinen Strukturen" überrascht sie mit fünf Bleistiftzeichnungen. "Unverkennbar Joe Ferstl" sind dessen abstrakte Bilder ohne Titel. Die Arbeiten Öl auf Karton lassen durchaus figürliche Assoziationen zu. Wieder begeistern Hans und Ulrike Lauter. Sie mit stillen, dörflichen Idyllen. Er experimentierfreudig mit Leuchtobjekten und Mischtechniken. Das Thema "Vase" bearbeitet Erika Wakayama. Helle, feine, zurückgenommene Bildstrukturen bringt sie mittels Farbstiften aufs Papier.

Es ist das große Verdienst der GAK, das Kulturleben der Stadt Amberg im Bereich bildender Kunst seit 1974 kontinuierlich mitgeprägt, mutige Ausstellungen organisiert und außergewöhnliche optische wie sinnliche Erfahrungen ermöglicht zu haben.

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Die Jahresausstellung in der Alten Feuerwache dauert bis 6. Januar. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11 bis 16 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Die Jahresradierung wurde von Achim Hüttner gestaltet.
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