Bläserensemble Zephir tritt Kirchenchor in der Basilika
Zu schade für den einmaligen Genuss

Von Johann Frischholz

Amberg. Der erste Advent war gekommen, und damit war es wieder an der Zeit, dass die Bläser des Ensembles Zephir zu ihrem traditionellen "Zephir trifft Kirchenchor"-Konzert in die Basilika St. Martin einluden. So interessant die einzelnen Programmteile auch waren, mussten die treuen Zuhörer der Bläsergruppe merken, dass nicht alles neu war.

Es hatten sich einige Kompositionen eingeschlichen, die schon einmal auf dem Programmzettel von Zephir standen. Nichtsdestotrotz fasziniert das eigentlich als Konzert für Gitarre und Orchester komponierte Concierto de Aranjuez von Joaquín Rodrigo in dem Arrangement, das Georg Birner - wie fast alle Stücke - für sein Ensemble eingerichtet hat. Dass eine reine Bläserbesetzung auch zurückhaltend die filigranen Streicherfiguren des Originals aufgreift, ist nicht zu unterschätzen und verdient Anerkennung - ebenso wie der auf dem Akkordeon von Bernhard Müllers intonierte Gitarrenpart.

Ebenfalls recht hörenswert war der unsterbliche Kanon des Nürnberger Komponisten Johann Pachelbel und "A little Prayer". Ein Stück für Marimbaphon aus der Feder der gehörlosen Perkussionistin Evelyn Glennie, das auch zum zweiten Teil überleitete, in dem die Chöre der Basilika das (Noten-)Heft in die Hand nahmen.

Im Zentrum des Chorprogramms standen Teile aus Georg Friedrich Händels "Messias" und der "Cäcilien-Messe" von Charles Gounod. Zephir agierte hier virtuos als Begleitorchester und ordnete sich der Gesamtleitung von Bernhard Müllers unter. Die Kirchenchöre gaben ihr bestes und sorgten insgesamt für einen runden und warmen Klang. Eine herausragende Leistung bot die Sopranistin Manuela Spitzkopf, die sowohl mit dem Solopart in der Gounod-Messe wie auch in "Mariä Wiegenlied", einem Werk des vor 100 Jahren verstorbenen Komponisten Max Reger, glänzte. Da Monsignore Franz Meiler seit 40 Jahren Priester ist, komponierte Bernhard Müllers im vergangenen Jahr die Motette "Das Leben ist erschienen" auf den Primizspruch des Jubilars. Dieses Werk wäre zu schade für eine anlassgebundene einmalige Aufführung. Und so kam das Publikum auch in den Genuss dieses Werkes, das zweite eines Oberpfälzer Tonkünstlers an diesem späten Sonntagnachmittag im Advent.
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