Brunnenfest Cantus Ferrum: Fürstenhochzeit von Pfalzgraf Philipp und Margarethe von Bayern darf ...
Fürstenpaar vom Rathausbalkon verbannt

2013 durfte das fürstliche Brautpaar (rechts) samt König, Kardinal und Gefolge dem Volk vom Rathausbalkon noch munter zuwinken. Heuer geht das nicht, die Hoheiten müssen unten bleiben beim Fußvolk. Bild: Steinbacher

Das Brunnenfest von Cantus Ferrum hat neben seinem bunten dreitägigen Programm auf dem Maxplatz einen Höhepunkt: Die nachgestellte Amberger Fürstenhochzeit von Pfalzgraf Philipp und Margarethe von Bayern, um die sich das ganze Spektakel rankt.

Doch das Brautpaar wurde heuer verbannt. Vom Rathausbalkon, wo es am Samstag zum Abschluss seines Festzugs durch die Altstadt nicht hinauf darf.

Brauteltern prominent(er)

Die beiden Darsteller, die in dieser nachgespielten Szene von 1474 bei allen bisherigen Brunnenfesten immer vom Rathausbalkon dem Volk zuwinkten, müssen diesmal samt Gefolge unten bleiben. Auf dem Marktplatz beim Fußvolk und eben nicht erhöht über den Köpfen der Zuschauer. Der Grund: Im großen Rathaussaal läuft zeitgleich eine echte Hochzeitsfeier von ebenfalls nicht ganz unwichtigen Leuten oder besser gesagt deren prominenten Eltern, wie man so hört.

Audienz zur Fürstenhochzeit

Sie haben nach Auskunft von Cantus Ferrum den Rathausbalkon für das öffentliche Intermezzo der historischen Gruppen nicht freigegeben. Das will der Vorsitzende des Vereins für erlebte Geschichte, Jörg Pickelmann, nicht groß an den Pranger stellen. Aber zumindest "gewundert" hat er sich schon, dass dieses Veto kam und man mit den Brautleuten oder ihren Eltern keine Vereinbarung wenigstens für eine halbe Stunde treffen konnte. Hätte ja vielleicht auch irgendwie gepasst - drinnen echte Hochzeit, draußen auf dem Balkon Audienz zur Fürstenhochzeit.

Zumal das Spektakel ja ohnehin auf dem Marktplatz bleibt, wo nach dem Ausrufen und Bejubeln der hochnoblen Brautleute noch Tänze der Kinder in historischen Gewändern und ein militärischer Drill der Landsknechte und Ritter mit ihren Schwerten und Hellebarden gezeigt werden.

Böller, Feuer, Markttreiben

Das ist aber nur der erste Höhepunkt am Samstag, beginnend ab 14 Uhr vor der Georgskirche (dem einstigen Trauungsort von Philipp und Margarethe) mit besagtem Festzug durch die Georgenstraße bis zum Marktplatz. Schon am Vormittag gibt es um 10.30 Uhr auf dem Maxplatz einen Gruppenkampf der Knappen und gegen 11 Uhr einen Auftritt von Böllerschützen, bevor nach dem Festzug ab 16 Uhr die Hochzeitstafel im Mittelpunkt steht.

Schwertkämpfe der Ritter

Um 17 Uhr folgen noch einmal Böllerschüsse, bevor um 18 und 21 Uhr mittelalterliche bzw. orientalische Tänze im Blickpunkt stehen. Ein Flammenspektakel mit Feuerkünstlern um 22 Uhr lässt diesen Tag ausklingen, an dem aber wie auch am Sonntag ganztägig am Maxplatz und im angrenzenden Stadtgraben Lagerleben der beteiligten historischen Gruppen, Markttreiben von 43 Händlern, Handwerkern und Schaustellern sowie Musik von der tschechischen Mittelaltergruppe Dei Gratia geboten sind. Am Sonntag gibt es das Ganze zwischen 10 und 20 Uhr (13 und 16 Uhr Schießvorführungen, 14 und 15 Uhr mittelalterliche Tänze), wobei zusätzlich von 11 bis 16 Uhr stündlich Schwertkämpfe der Ritter zu sehen sind - zum Abschluss ein Gruppenkampf von acht Leuten, an den sich um 17 Uhr die Siegerehrung des Ritterturniers anschließt.

Start heute um 18 Uhr

Los geht es schon heute um 18 Uhr mit der offiziellen Eröffnung, wobei der erste Abend mit Lagerleben, Markttreiben und Musik bis 23 Uhr dauert und einen Wettbewerb zur schönsten Helmzier der Ritter bietet.
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