Buntes Kaleidoskop von der grünen Insel

Ein Stück der grünen Insel präsentierten am Samstagabend im ACC die beeindruckenden "Women of Ireland". Bild: stg

Traditionelle Musik, Stepptanz, grüne Landschaften und beeindruckende Steilküsten - wer an Irland denkt, hat in der Regel auch diese Assoziationen. Einiges davon bekamen die Besucher im gut gefüllten Amberger ACC auch serviert. Auf die Naturerlebnisse mussten sie allerdings verzichten.

Johnny Cash hat es schon gesungen, Willie Nelson ebenfalls. Und auch Elvis Presley und Joan Baez.: "Oh Danny Boy" gilt aber als eines der ältesten irischen Lieder, dessen Melodie vermutlich etwa Ende des 16. Jahrhunderts verwurzelt ist. Bei der Show "Women of Ireland", die am Samstagabend im "Amberger Congress Centrum" (ACC) über die Bühne geht, darf dieser Song natürlich nicht fehlen: Dargeboten wurde er von den "O' Neill Sisters", den drei Schwestern Fiona, Naomi und Evangeline. Sie gehören zu den Hauptakteuren des gut zweistündigen irischen Abends.

"Women of Ireland", also Frauen aus Irland, stehen im Mittelpunkt des Programms: Neben den O'Neill- Sisters sind dies in erster Linie die Geigerin Niamh Fahy, die Tänzerin Siobhán Manson sowie die Luftakrobatin Elena Marina. Und trotzdem: Ganz ohne Männer geht es auch an diesem Abend nicht - sowohl in der Band wie auch als Solotänzer. Das knapp 20-köpfige Ensemble präsentiert ein buntes Kaleidoskop von überlieferten Melodien, modernen Songs und temporeichen Tap- Dance-Choreographien.

Fehlende Struktur

Was den Darbietungen allerdings fehlt, ist eine Struktur, eine Dramaturgie: Eher willkürlich reihen sich die Nummern aneinander, gerne hätte man noch genauer erfahren, was es mit den einzelnen Liedern oder Tänzen auf sich hat. Auch das fünf Euro teure Programm bietet dazu keinerlei Informationen, genauso wenig enthält es Biographisches zu den Akteuren auf der Bühne.

Nichtsdestotrotz hat sich das Kommen auf alle Fälle gelohnt: Gesanglich - und ganz nebenbei erwähnt auch optisch - bieten die O'Neill-Sisters eine tolle Show, sowohl als Dreigesang wie auch als Solisten - sei es beim irischen Volkslied "Carrickfergus", das von einer verlorenen und unerreichbaren Liebe handelt, dem Irish Song "Red Haired Mary" oder dem Beatles-Klassiker "Let it be", der sich ebenfalls ins Programm geschlichen hatte. Der Geigerin Niamh Fahy gelingt es ebenfalls, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen - sowohl bei den ruhig-meditativen Stücken wie bei den rasanten Tempowechseln hin zu den "klassischen" irischen Rhythmen.

Ein großes Kompliment hat zudem die Haupttänzerin des Abends, Siobhán Manson, verdient, die auch auf der kleinen ACC-Bühne den Platz für meisterliche Darbietungen nutzt. Eine hervorragende "Tänzerin in der Luft" gibt Elena Marina ab, die sowohl an den Tüchern, der Schaukel und dem Reifen immer wieder den verdienten Zwischenapplaus bekommt. Durch die besonderen Klangfarben der traditionellen irischen Instrumente wie Fiedel, Tin Whistle, oder Uilleann Pipes, einem irischen Dudelsack, der über einen kleinen Blasebalg mit dem Ellenbogen bespielt wird, wird jedem Song ein kleines Stück Irland eingehaucht. Die Band hat diese Aufgabe hervorragend gemeistert.

Besondere Darbietung

Und dann sind da noch zwei Männer, die den Damen kurzfristig die Show stehlen: Nämlich Solotänzer Anthony Fallon, der auf dem Flügel stehend und in Scheinwerferlicht getaucht sich rasend steppt, und Handtrommler Kieran Munnelly, der sich kurz darauf mit Fallon ein Geschwindigkeitsduell liefert. Nach zwei Stunden verabschieden sich die Künstler auf der Bühne mit einer ganz besonderen Darbietung - nämlich mit Udo Jürgens' "Vielen Dank für die Blumen", der deutschen Titelmelodie der Cartoonserie "Tom und Jerry".
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