Die in Erfurt geborene Schriftstellerin Franziska Wilhelm gastiert am Donnerstag im Luftmuseum ...
Von Wilhelm zu Wilhelm

Zu einer außergewöhnlichen Lesung mit Ukulele lädt Franziska Wilhelm ins Amberger Luftmuseum. Die Autorin verfügt nicht nur über Erzähltalent, sondern auch über Entertainerinnenqualitäten. Bild: Geiger
Als Franziska Wilhelm im letzten Februar in Sulzbach-Rosenberg gastierte, da waren die Besucher im Literaturarchiv ganz baff: Denn was die 1981 in Erfurt geborene Schriftstellerin da unter der Bezeichnung "Lesung" bot, das sprengte den bekannten Rahmen aufs Positivste. Nach einer guten halben Stunde unterbrach sie den Vortrag aus ihrem fabelhaften Romandebüt "Meine Mutter schwebt im Weltall und Großmutter zieht Furchen" (Verlag Klett-Cotta, 18,90 Euro), packte die Ukulele aus und sang selbstkomponierte Lieder. Auch für ihren Auftritt im Luftmuseum in Amberg beim Fast-Namensvetter Wilhelm Koch hat sie die kleine Gitarre schon eingepackt.

Sie sagen von sich: "Schreiben heißt für mich sich wundern." Wieviel von dieser Verwunderung ist denn Ihren Lesern zumutbar?

Franziska Wilhelm: Man kann seinen Lesern schon einiges an Verwunderung zumuten, aber man muss das Ganze eben auch gut einbetten. Bei einer Lesung will ich mein Publikum auf eine Reise mitnehmen und nicht ratlos am Straßenrand zurücklassen.

Sie lesen am Donnerstag in Amberg im Luftmuseum. Verwunderlich für Sie, ein solcher Ort?

Wilhelm: Auf jeden Fall. Dass es ein Luftmuseum überhaupt gibt, finde ich toll. Umso mehr freue ich, sogar dort lesen zu können. Lustigerweise ist der Ideengeber und Leiter des Museums ein Namensvetter von mir. Er im Vor- und ich im Nachnamen. Wir arbeiten sozusagen von Wilhelm zu Wilhelm zusammen. Das passt auch ganz gut.

Der Titel Ihres im Frühjahr erschienenen Romans "Meine Mutter schwebt im Weltall und Großmutter zieht Furchen" hat ja gleichzeitig auch etwas luftig-spekulatives und offenbart schon aufgrund seiner bloßen Länge Ihre Lust am epischen Fabulieren ...

Wilhelm: Ich fabuliere episch? Das finde ich eigentlich gar nicht. Klar, ich mag eine bildhafte Sprache, in der eine Mutter schon einmal im Weltall schweben kann. Aber ich mag es auch, wenn die Handlung vorangeht. Episches Fabulieren - das klingt nach langweiligem, langatmigem Geplänkel. Mein Buch ist mit 200 Seiten ja eher kurz und ich denke ganz gut in einem Ritt durchzulesen.

Sie verfügen aber auch über jede Menge Vorleseerfahrung bei Poetry-Slams, weshalb Sie auch eine Ukulele im Gepäck mit sich führen - worauf darf sich da das Publikum in Amberg gefasst machen?

Wilhelm: Auf einen schönen Abend. Ich bin kein großer Fan von todernsten, langweiligen Wasserglaslesungen. Deshalb habe ich auch die Ukulele dabei.

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Am Donnerstag, 16. Oktober (19.30 Uhr) liest Franziska Wilhelm im Amberger Luftmuseum aus ihrem Debütroman "Meine Mutter schwebt im Weltall und Großmutter zieht Furchen". Die Einführung hält Florian Häusler. Karten an der Abendkasse.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.franziska-wilhelm.de http://www.luftmuseum.de
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