Die Ritter aus der Tafelrunde des Rock’ 'n’' Roll-Königs
Über 1000 Auftritte mit Elvis

Kultur
Amberg in der Oberpfalz
24.01.2016
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Das Lob für Amberg und sein Stadttheater hätte nicht besser ausfallen können: "Ein tolles Haus", sagte der ehedem bei Elvis Presley spielende Pianist Glen D. Hardin. Weit nach Mitternacht saß er zusammen mit allen anderen, die ein stürmisch gefeiertes Konzert gegeben hatten, in der Piano-Bar des Drahthammer Schlößls und schwärmte dabei auch: "Wonderful Audience - wundervolles Publikum."

Sie sind noch immer weltweit herumziehende Nomaden in Sachen Musik. Doch in Amberg, das klang bei der sogenannten After-Show-Party wiederholt an, gefällt es Glen D. Hardin, James Burton und Ronnie Tutt mit am besten.

Eher kurze Nächte


Zum dritten Mal (nach zwei Konzerten 2014 und 2015 in Maxhütte-Haidhof) hatten sie sich im Drahthammer Schlößl einquartiert. Allerdings mit eher kurzen Nächten. Weil immer dann, wenn sie da sind, ihre Fans in Scharen kommen, um etwas über die 1000 Auftritte zu hören, die sie mit Elvis Presley hatten.

Wenn die älteren Herren zu erzählen beginnen, wird ihnen größte Aufmerksamkeit zuteil. Sie standen nicht nur in Presleys Diensten, sie bekamen auch lange Engagements bei Johnny Cash, Neil Diamond, Emmylou Harris, Dean Martin und Frank Sinatra.

Der aus Lubbock/Texas stammende Glen D. Hardin, heute 76 Jahre alt, begann seine Karriere bei einer Band, die "The Crickets" hieß. Sie spielte zusammen mit Buddy Holly. Damals schon begann Hardin Arrangements zu schreiben. Er tat es später auch für Elvis.

Wenn die Ritter aus der Tafelrunde des Rock'n'Roll-Königs in den Konzertsälen dieser Welt ihre letzte Zugabe gespielt haben, ist für sie noch lange nicht Schluss. Dann schreiben sie Autogramme. Auch in Amberg war das so. Erst im Tiefgeschoss des Stadttheaters, später für die geladenen Gäste im Hotel. Meist auf CDs, dann aber auch nicht selten auf alte Vinyl-Langspielplatten. Mitunter sind sehr seltene Stücke darunter. Alle haben sie aber eines gemeinsam: Auf den Covern befinden sich Fotos von Elvis.

Und wie war er so, dieser Megastar Presley, der auch 38 Jahre nach seinem Tod weltweit eine Legende ist? "Guter Freund, der immer bei uns sein wird", sagte Glen D. Hardin bei einem Glas Wein in der Piano-Bar. Das unterstrich Terry Blackwood mit Nachdruck. Ihn hatte Elvis damals samt seiner Gospel-Truppe "The Imperials" in die Studios und auf Bühnen geholt. Was sich dort musikalisch vollzog, hat bis heute feste Plätze in den Herzen von Abermillionen Fans: "Crying in the Chapel", "How great thou Art" und "Where no one stands alone".

Der Rücken schmerzt


Kofferpacken am Sonntag. Nächster Ort, neue Show. Längere Anreise nach Wien, der Heimatstadt von Dennis Jale, der bei den Elvis-Musikern die Rolle des "King" übernommen hat. Dann nach Oslo und anschließend zurück in die Staaten. Neue Verträge gibt es schon. "Wir machen das schon noch eine Weile", schmunzelte Glen D. Hardin. Auch wenn der Rücken bei ihm nicht mehr so recht mitspielen will. Seine Tastatur beherrscht er noch. (Seite 39)
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