Die Story vom Känguru

Abrupter Stopp der Bus-Szene während der Proben im Vis-à-vis (von links): Tobias Haller, Michael Schormüller, Patrick Wittmann, Christina Porebski und Stefan Flierl. Bilder: Hartl (2)

Eine Kneipe als Probenraum ist primär gut. Der Weg führt an leeren Kästen und offenen Toilettentüren vorbei. Im Inneren leuchten Neonröhren, es bleibt duster. Der Boden klebt gar nicht wie sonst. Das alles gefällt dem Känguru außerordentlich. Mit Marc-Uwe Kling hüpft es am Donnerstag, 10. September, durch das Vis-à-vis.

Marc-Uwe Kling (33) ist Liedermacher, Kleinkünstler und Autor, geboren in Stuttgart. Er schrieb die Bücher zur Känguru-Trilogie. Sie dienen als Vorlage für die szenische Lesung einer freien Theatergruppe in Amberg. Die Romane handeln von einem stoischen Kleinkünstler, der mit einem vorlauten Känguru zusammenwohnt. Skurril, komisch, absolut witzig, aber auch sozialkritisch.

Die Schauspieler proben derzeit das Bühnenprojekt in der Kneipe an der Lederergasse. Sie füllen die Charaktere aus dem Roman mit Leben. Ideengeber für das Projekt waren Christina Porebski und Julia Kalb. Bei ihnen laufen derzeit die organisatorischen Fäden zusammen.

Einen richtigen Kapo gibt es bei den jungen Leuten nicht, jeder führt mal Regie oder sagt seine Meinung. Die Schauspieler haben bereits Bühnen-Erfahrung - zum Beispiel bei der Gruppe Rampenfieber um Winni Steinl oder beim Jugendtheaterclub des Amberger Stadttheaters.

Vor etwa einem Jahr fingen die beiden Frauen gemeinsam mit Simon Rauch an, sich eingehend mit der Känguru-Idee auf der Bühne zu befassen. Sie wollten eigentlich ein Theaterstück daraus basteln, "aber schnell war uns klar, dass das nicht geht", erklärte Porebski. Sie entschieden sich für eine "szenische Lesung" und verfassten dafür die Texte. Für die Bühnenkulissen, Animationen und das visuelle Konzept holten sie sich Unterstützung von Medientechnik-Student Sebastian Bockisch.

Mit Band Little Soe

Für akustische Untermalung einzelner Szenen, dazu gehört zum Beispiel auch das Bremsenquietschen in der Bus-Szene, sorgt die Formation Little Soe aus Nabburg. Die Schauspieler letztendlich zu besetzen, sei leicht gewesen, verrät Julia Kalb. "Wir haben sie erst hinterher gefragt." Jeder scheint mit seiner Rolle zufrieden. "Ich muss mich gar nicht verstellen", sagt beispielsweise Stefan Flierl (26), der den Marc-Uwe Kling spielt. "Der ist so eine Labersocke wie ich." Und Soldat Krapotke ist "genauso verpeilt wie ich", gibt Tobias Haller (22) zu.

Für Michael Schormüller (21) war die Rolle des Psychologen sogar "Schicksal". "Ich wollte etwas Ausgeflipptes spielen. Das passte gut." Während die Darsteller spielen, liest Julia Kalb (22) mit der sonoren Stimme einer gleichgültigen Erzählerin die Gedanken Marc-Uwes.

Hinter dem Projekt steckt auch noch berufliche Zukunft. Bei Christina Porebski und Sebastian Bockisch war es zum Beispiel Teil der Bachelorarbeit im Studiengang Medientechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden. Und die 27-Jährige hat ihr Ticket für die Schauspielschule München schon in der Tasche.

Premiere und Karten

Premiere feiert die Produktion "Die Känguru Tri(o)logie" am Samstag, 5. September, im Capitol in Sulzbach-Rosenberg. Weitere Auftritte sind am Donnerstag, 10. September, im Vis-à-vis in Amberg und am Samstag, 12. September, im Schmidt-Haus in Nabburg. Karten gibt es zum Preis von zehn Euro im Vorverkauf im Café Zentral (Amberg), in der Buchandlung Volkert (Sulzbach-Rosenberg) und bei Westiner (Nabburg). An der Abendkasse kostet das Ticket zwölf Euro.
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